Sonntag

Grau und verregnet der Sonntag genau das richtige Wetter für eine heiße Dusche, eine warme Tasse Tee, Feuer im Kamin und Chopin im Plattenspieler.

Vor kurzem hatte ich mal eine Doku gesehen aus Schweden über die verschwundenen Waldflächen, von deutschen Unternehmen gekauft, das Holz, für die Papierverarbeitung. Ach gar nicht mal so die Zeitungen und Bücher sondern die Werbebeilagen verschlingen wohl sehr viel Holz.

Briefe werden ja auch stetig teurer. Ämter schicken immer noch gerne viel Papier. Unternehmen die die Leute unbedingt online haben wollen, für ihren unternehmerischen Datenreichtum, werben gerne mal mit der Einsparung von Papier.

[kein Wunder so wie die sichere digitale Kommunikation der Justiz versaut wurde und der sichere de-Mail]

Mit Verbrennungs- und Recycling- Quoten bei Pappe und Papier habe ich mich noch nicht beschäftigt aber abgespeichert, dass immer noch zu viele Bäume dafür drauf gehen.

Eines der Kulturgüter die fast jeder den ich kenne am schwersten wegwerfen kann sind Bücher. Verkaufen, Spenden, Verschenken weiter behalten und einlagern aber wegwerfen – So eine Bücherverbrennung hat ja auch Symbolkraft. Emotionale Hürde so Bücher wegwerfen, offenbar.

So schöne Sätze wie: „Er knallte mit Wut den Hörer auf die Gabel“ werden aus den Büchern auch verschwinden.

Alles im Fluss. Natürlich ist Stefans Talkradio, einmal die Woche jetzt mit in meinen Medienfluss aufgenommen. Aktuelles Thema: Bücher.

Es war also bundesweiter Tag der Archivare. In so nem Stadtarchiv vor optisch grauenhafter, nicht sehr intuitiver Software und mit dem Wissen, tiefer wirklich cooles Zeug liegen zu haben, kommt einem das Wort Digitalisierung in den Sinn.

Die Frage: Wo kommst du her? ist nie so cool wie die: Wo gehst du hin? Generell, scheiß auf vergangene Fehler denk nach vorne und an positives Zukünftiges.

Also das aktuelle statistische Jahrbuch der Stadt geschnappt anstatt in vergangenen Aktennotizen von verstorbenen Beamten zu wühlen.

Datensätze relativ aktuell zusammengetragen und grafisch aufgearbeitet, ob mir die Kerndatensätze der letzten Zehn Jahre reichen um eine Extrapolation auf einigen Feldern zu versuchen?

Wer will wissen, wie die Welt aussieht, wenn alles so bleibt wie es ist?

Der Chef des Archivs entscheidet was er wegspeichern/ archivieren möchte. Die Archivare haben ja auch irgend einen Verband über den sie sich zusammen entwickeln. Die städtischen Statistiker tragen selektiv das Zusammen, was sie auch die Jahre zuvor für relevant hielten und wozu sie Zugang haben – Meine ich.

Es gibt Datenkategorien, in diesen Bänden der lokalen statistischen Jahrbüchern, die mir fehlen und welche die ich bedenklich finde.

Jede Stadt hat, wenn sie ein wenig größer ist, Stadtteile. In diesen lebt der Bürger. In der Bauamtakte des Hauses, die existiert so lange es steht, ist der Aufriss der Wohnung also die Abmessung  seiner Wohnung hinterlegt. Digitalisierte Akten könnten also den durchschnittlichen Wohnraum des Bürger aus dem Stadtteil wiedergeben. Natürlich kennt der Ausweis ausstellende Staat das Alter des Bürgers aus dem Stadtteil. Auf dem Ausweis sind auch andere Daten die man zur Auswertung heran ziehen kann.

Was ja denn nun wichtig ist um infrastrukturellen Bedarf zu ermitteln was alte Menschen und Kinder betrifft. Das Finanzamt weiß ob unser Bürger ein Hundesbesitzer ist und welches KFZ er fährt. Die im Stadtteil angesiedelten Gewerbe, Ärzte kennen auch einige Stellen.

Es gab dabei eben nur die eine Sache die mich ins Grübeln gebracht hat und das ist nicht die Anzahl und das Alter der Bevölkerung in den Stadtteilen sondern ihre Herkunft. So und so viele Jugoslawen, Polen, Türken, Albaner leben in diesem oder jenem StadtGebiet. Welchen Mehrwert bringt der Verwaltung dieses Raster?

Was mir hingegen gefehlt hat sind alle Infrastrukturdaten jene die die Versorgung betreffen. Durchschnittliche Verlegungstiefen nach Straße von Wasser, Strom, Abwasser, Kupfer bzw. Glasfaser. Ausfallraten von Laternen, Ampeln also Alter und Wartungsdaten. Müllmengen nach Typ waren glaube ich vorhanden. Jeder Baum, jeder Laterne, jeder Mülleimer, jedes Schild, jede Parkbank ist natürlich bürgerliche bzw. amtliche Information und auf Karten darstellbar.

Wer wissen möchte wie viel Müll, welcher Kategorie die eigenen Müllverbrennungsanlagen so angeliefert bekommen der kann das bei fragdenstaat.de tun. Eigenen Wohnort auswählen und nachfragen.

Angefangen hat die Digitalisierung bei den Kranken und Schwachen: den Armen die eine Gesellschaft immer zu schützen hat um ihre Berechtigung zu erhalten. Das ist Bund gesteuert und bei denen ist am wenigsten Lobbying und Gegenwehr zu erwarten. Ja und auch Gefängnisse sind ein Ausweis einer Gesellschaft.

Möchte jetzt noch jemand einen Vortrag über die Datenbanken der Polizisten sehen?

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