Durch und Drüber

Es gibt die Dinge die man tut und die über die man Nachdenkt und Schreibt. Bequemlichkeit, Faulheit, Sicherheit durch Routine, der einen einnehmende Arbeitsalltag oder familiäre Querelen, es gibt genug gute und berechtigte Gründe sich durch vielfältige Ansprüche und Erwartungen von außen, aus dem direkten Umfeld, eben nur auf diese zu konzentrieren und damit zufrieden zu sein.

Eine Konsequenz aus der Meinung es sei alles FakeNews ist natürlich die Nachrichtendiät. Lass die große laute Welt sich weiter drehen, zieh dich auf deine Scholle, in deine Komfortzone zurück und lass nur die Dinge auf dich einwirken die angenehm sind. Filter. Partieller SaveSpace.

Dieses Recht zur Ruhe und Beruhigung, sich bestimmte Schuhe nicht an zu ziehen, sich mal nicht als verantwortlichen Teil von irgendwas zu begreifen, ist natürlich gesund. Vertrauen walten zu lassen. Gesunde Distanz.

Be sane and quiet in an insane world. Mind your own business.

Wie jeder gute Manager einfach mal Aufgaben und Arbeiten auslagern auf die Gruppen vertrauen, die sich der Sache angenommen haben.

Sollten Sie dieses buddhistische Level der Zufriedenheit noch nicht erreicht haben, klicken Sie bitte jetzt weiter. Joint, Jazz und Fraktale.

Ich stand irgendwann mal vor einem Elefanten. Faszinierende Tiere auch vom Sozialleben her, haben meistens eine Leitkuh die die Gruppe führt. Naja klar, die gehören nicht in den Zoo, also machen die Pfleger es ihnen so angenehm, wie möglich.

Die großen schweren Ketten, die sie um die Füße gelegt bekommen sehen übel aus aber vielleicht wirkt das nur auf mich so. Die Umgebung, also das Gehege, in dem sie Stehen ist Grau gestrichen.

Das wirkt jetzt nicht besonders einladend und entspannend. Welches Konzept das Tier wohl von seiner Umgebung hat? Grau, Grün, Pink ist es wirklich egal, wie die Umgebung aussieht? Welche gesicherten Eigenschaften kann ich dem Erleben des Tieres zuschreiben?

Er wird eine Reaktion zeigen, wenn ich mit ner Kettensäge sein Bein durchtrenne. Formaljuristisch habe ich dann eine Sachbeschädigung begangen.

Kleiner Exkurs in die psychiatrische Forensik: In der Dokumentationsreihe mit dem Titel die Maske des Bösen, saß ein Verurteilter im Interview, der Frauen Vergewaltigt und Zerstückelt hat, er berichtete, wie er angefangen hat. Er ist Nachts auf die Felder und Weiden und hat Pferde und Kühe aufgeschlitzt. Er berichtete über die Maximalfantasie, sich in den warmen Bauchraum des Pferdes zu legen. Nun, er kann uns ja erzählen was er will. Wir messen und bewerten ihn anhand seiner Taten. Im besten Fall lernen wir, um präventiv Handeln zu können, dass Tiere quälen und rumschlitzen an Pferden und Kühen relativ krasse Warnsignale, für schlimmere und erweiterte Taten, sind. Es braucht da noch ein paar andere Faktoren, die alle spannend sind aber jetzt nicht abgehandelt werden.

Das Tier hat also ein Konzept von Schmerz, diese Tatsache hat eigentlich auch Eingang in das Tierschutzgesetz gefunden. Verhaltensbiologen und auch die Mehrheit der Bauern werden noch mehr faszinierende Aussagen über die Tiere treffen können.

Ich stehe also fasziniert vor dem Elefanten im Raum. Sein Nervensystem und Gehirn ist viel größer als meines. Er wird meine Hand spüren, wenn ich sie hinten auf seinen Wade lege, die Sinnesinformation, braucht einige Millisekunden länger, was auch die langsamen Bewegungen dieser Tiere erklärt. Er muss, um sich nicht zu Erschrecken, ein Konzept von dem Gefühl der Hand haben oder darf sich maximal beim ersten mal Erschrecken. Dinosaurier werden sich unheimlich langsam bewegt haben. Sofern seine visuelle Wahrnehmung, darauf ausgelegt ist Nahrung zu finden und Nachwuchs vor Predatoren zu schützen, checkt der doch ob die Wand nun ansprechend visuell gestaltet ist oder nicht. Kurzum, wenn ich finde, dass es hier ungemütlich aussieht, wird das Tier das doch auch so bewerten. Der Graue Elefant gehört nicht in die Graue triste Umgebung. Ich hab das Gehege also mit der Frage verlassen ob es einen Unterschied macht, welche Farbe die Wände haben.

Wenn dem so ist würde daraus die Forderung erwachsen, Schweine-, Kuh-, Puten- und Hühnerställe, nicht in dem Metallgrau zu betreiben sondern, wenigstens in Grasgrün und Himmelblau zu tauchen, da es den Tieren damit besser geht. Dann bin ich etwas später auf das Konzept des CooldownPinks gestoßen, akut aggressive Insassen in eine Pinke Zelle, zur Beruhigung zu bringen.

Ich kann meine Gefühls- und Gedankenwelt, mein Erleben, nicht einfach so auf andere Übertragen, bei Tieren wird es durch Art und Individuum nochmal problematischer, Erlebensaussagen zu treffen. Ich werde da wohl doch mit einer Kettensäge dran müssen, um hier einige emotionale empathische Effekte zu erzielen. Mit Glück, bis hin zum kollektiven Handlungsdruck.

Tierschützer zu denen ich mich eigentlich gar nicht zähle, sind in ihren Ergebnissen schon manchmal was komisch. Das Verhältnis scheint nicht zu stimmen. Im Mittelmeer Ertrinken Menschen und Kindersoldaten berichten, wie sie mit Neun Jahren gezwungen wurden einem anderen Menschen die Hände ab zu hacken, als Desensibilisierungsmaßnahme. Einige Journalisten sind mal los gezogen und haben sich am tschechischen Straßenstrich, nach Minderjährigen durchgefragt, das war zwar was teurer ließ sich aber organisieren. Zur Empirie bei der Pädophile komme ich irgendwann mal.

„Du Oma, erzähl mal, wie bist du eigentlich damals aufgeklärt worden? Ach Jung, wir hatten Tiere.“

Ich wollte erst einmal mit den Tieren anfangen.

Wir haben eine relativ weich gespülte, beschützte Medienlandschaft. Die Kriegsberichte und TV-Bilder in anderen Teilen der Erde sind ein wenig drastischer.

Die Filterleistung die Facebook durch seine Cleaner vollbringen lässt bzw. die Inhalte die es gibt, regen natürlich keinen Unmut zur Verbesserung an.

You have seen nothing, yet. Die Frage ist natürlich, müssen wir das und ab wann müssen wir das.

Wer ist wir? Die gewählten Volksvertreter? Wir erinnern uns an Hillary Clintons Gesichtsausdruck bei der Erstürmung der NaviSeals von BinLadens Versteck, in Pakistan.

Elitenwissen oder die Freiheit von Information, der Schutz vor Informationen?

Nicht alles ist für jeden gedacht. Es ist schwer an alle zu denken, Minderheiten zu schützen.

Um eine Fleischeinheit durch Haltung und Schlachtung zu produzieren, benötigen wir Zehn Pflanzeneinheiten Soja, Mais, Getreide und andere. Wir betreiben Monokulturen und rotten dabei die schützende Biodiversität aus. Insekten, Vögel, Pflanzen die Symbiosen mit unseren Nutzpflanzen eingehen würden. Dann haben wir so viel Antibiotika in die Ställe und in die Tiere gebracht, dass jeder der als Deutscher in ein niederländische Krankenhaus kommt, wegen der weiten Verbreitung der MRSA-Keime durch die Tonnen von Antibiotika in der Tierzucht, erst mal auf eine isolierte Station kommt. Dann haben wir so viel Scheiße also Gülle, die Produkt der Tierhaltung ist, auf die Felder gekippt, dass die EU uns wegen der Nitratwerte im Grundwasser schon mahnende Blauen Briefe schickt.

Damit wird die emotionale Nähe bei den Meisten noch nicht so getriggert. Klar Frontal 21 zeigt schon mal Patienten mit abgenommenen Beinen wegen der sich weiter fressenden MRSA-Keime, also der stoffwechselnden Bakterien, die man aufhalten könnte, wenn man in Georgien mal nach BakterioPhagen also Virenkulturen fragen würde. Diese sind natürlich nicht zugelassen, weil das unserer Pharmaindustrie ja schaden würde und Bayer kauft Monsanto. Dann fluten wir Afrika mit Containerladungen von Puten und Hähnchen und Agrarprodukten, wie Tomaten die hier durch die EU subventioniert und durch Lohndumping und Ausbeutung Asylsuchender erzeugt werden und deren Preise kaputt machen. So das es sich für die durch Handelsverträge, zur Abnahme unserer Müllexporte gezwungenen afrikanischen Staaten, nicht lohnt selbst Landwirtschaft zu betreiben und Bauern dort ihre lokal erzeugten Waren auf dem Markt nicht los werden. So haben wirklich alle was davon. Aber China und der Russe ist böse. 10% besser Produkte als die anderen auf dem Weltmarkt und wo wären wir nur ohne die deutschen Arbeitsplätze.

Der einzige Usecase wo die Kameraüberwachung mal sinnvolles bewirken könnte, wäre die Verpflichtung in jeden Stall und in jeden Schlachthof, ohne toten Winkel Kameras zu installieren die 24 Stunden live streamen. Die öffentlich Rechtlichen könnten die Schlachtungs- und Haltungsbedingungen, wie sie heute in Deutschland existieren innerhalb von Vier Wochen beenden. Jeden Abend eine Minute Bilder aus den zwei größten Schlachtbetrieben und Aufzuchtanlagen in der Tagesschau. Wir hätten relativ schnell, Bewegung in der Sache.

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