Abkömmlinge

Beschmierte ich meine digitale Leinwand unter einer .de Domain, müsste ich hier langsam mit mehr Disclaimern arbeiten.

Jugendschutz bzw. Kinderschutz ist berechtigt, wenn auch die größten Gefahren für eine ungesunde Entwicklung [wie immer man die definiert] mehr von Elternhäusern als von fremden Unbeteiligten oder der Gesellschaft ausgeht als eben von den Elternhäusern. Dafür habe ich dann doch mit zu vielen Pädagogen zu tun gehabt.

Alice Miller gelesen, was ich angehenden Eltern nicht raten würde, vor allem Müttern nicht. Danach glaubt man man könne nichts mehr richtig machen. Selbst nicht auf sein intuitives Herz hören da die übermäßige Angst, der Schutz und die Sorge, sich je nach Individuum wieder auf das Kind negativ durchschlagen kann. Wobei, wir wieder bei dem Grundvertrauen auf das „alles wird gut“ landen, sorgt euch nicht zu viel, die finden ihren Weg zur eigenen Zufriedenheit, ihrer persönlichen Ausgestaltung des eigenen Glücks, schon. Sie werden doch eh in eine sich sehr schnell entwickelnde Welt geschickt, wer weiß welche Kompetenzen und Fähigkeiten die in Zukunft nun wirklich brauchen werden, außer die Kernelemente aus Toleranz, Verständnis und Mitgefühl und vielleicht der Faszination am anders sein, das ihnen Perspektivisch sogar mehr bringen kann als die Ausrichtung an allzu durchgreifenden Normen. Der frühe externe Druck und die Erwartungen an Leistung egal auf welchem Feld ob Vereine oder gute Noten, ist nicht immer der Garant für den besten aller Verläufe und das zu führende Leben. Freut euch, wenn die aus der Art schlagen und so viele Konflikte wie möglich suchen, das ist gesund.

Da ich selbst kein Vater bin, fehlt mir die prägende Kompetenz der emotionalen Verbundenheit, der Perspektivwechsel der aus der Sorge und die Gedanken an das Wohlergehen, des wichtigsten Menschen stattfindet. Ich neige damit manchmal zum selben Fehler, wie die Gerichte bei Sorgerechtsfällen die Väter nicht gleichwertig bedenken und behandeln, in ihrer Sorge und dem Fürsorgeanspruch um das Wohl des eigenen Kindes und der Liebe zu diesen.

Maß und Mitte beim Jugendschutz den die Gesellschaft durch Verbote und durch öffentliche Stellen, wie das Jugendamt, Schulen  und andere Einrichtungen leistet sind Elemente aber Nichts im Vergleich, für die Entwicklung und Prägung in den Elternhäusern oder durch den Freundeskreis, der ersten Peer-Group.

Da muss eingeordnet und aufgefangen werden. Leider ist es nun mal so und für mich als Atheist schwer zu ertragen aber kirchliche Jugendgruppen und Einrichtungen geführt von christlichen Trägern sind nun mal ein guter Ankerpunkt, wie auch Jugendtheater und Sportvereine.

Wobei die Erweiterung, sich an die Lötkolben zu setzen und Kind- und Jugendgerecht an die Technik heran zu führen, eine von mir hoch geschätzte ehrenamtliche Leistung ist, vor der ich den Hut ziehe, wenn die Begeisterung für die Technik weiter gegeben wird oder erzeugt wird, gerade auch für Mädchen. Ich bin allen die auf dem Feld tätig sind dankbar. Dieses Kulturgut des Digitalen verschwindet ja nicht mehr und neben der Medienkompetenz ist das Löten am Medium natürlich elementar gut und ein besserer Einstieg als sofort beim Smartphone oder Tablet zu beginnen.

Wir sind ja nicht die erste Generation die sich die Fragen stellt ab wann wie viele und welche Freiheiten gerechtfertigt und gesund sind. Man findet da auch grobe Einstufungen des Befreiungsprozesses vom Elternhaus, bei der Vielzahl an Individuen halte ich diese groben Schablonen aber nicht immer für sinnvoll.

Bei der Jugendschutz-Frage die oft zum Anspruch führt der Staat möge da schützend die böse Welt drumherum anders gestalten und damit ja alle Einschränken, hat Tomas Gottschalk, der in den USA lebt, in einem Lanz Interview einen schönen hint gegeben. Er sagte in etwa: Wenn meine Jungs hier in eine Tankstelle gehen würden, sie würden sich wie in einer anderen Welt fühlen. Er meinte die Zigaretten, den Alkohol, die Porno- bzw. Zeitschriften und das Fastfood, was bei uns alles offen herum steht.

Zu dem sollen die ja Scheiße bauen und Fehler machen, sich die Knie aufschlagen. Zu wenig Reibung und zu viel Schutz also auch das: die Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, also dieses Maximum an Schutz und Sorge schlägt, dann wieder ins Gegenteil, wenn die mehr Freiheiten bekommen oder diese auf einen Schlag einsetzen. Es ist nicht einfach durchweg gut oder perfekt zu Handeln. Das ist auch kein Anspruch den man an sich haben sollte, im Verhältnis macht man bestimmt alles richtig so lange man das Ohr und das Gespräch pflegt, haben die ja einen regulativen Ankerpunkt.  Wenn die sich die Welt auch manchmal süß falsch zusammen reimen. Das passiert mir heute noch, also lasst sie, früher oder später werden ihnen genug Denkmuster und Bewertungen mitgegeben.

Natürlich gehören Drogen und auch Medikamente (ADHS) nicht in den jungen unfertigen Hirnstoffwechsel, der biochemische Zusammenbau ist sehr spät ordentlich ausgeprägt und abgeschlossen, so bin ich fast geneigt alles auch Cannabis und Alkohol fernab jeder Gesetze erst ab 21 als wirklich bedenkenlos einzustufen und einige Stoffe sind aus biochemischer Sicht erst noch später möglich zu verarbeiten und mal anzutesten.

Generell ist der wirkliche Missbrauch von Substanzen oder Technik auch Nahrung oder das weglassen dieser ja Probleminduziert, hast du sonst keine anderen Strategien um mit Druck, Konflikten, Emotionen oder Traumatisierung umzugehen.

Das ist, wie bei der Ernährung, die Dosis macht das Gift und die Schäden. Ja gut hat der oder die mal Gekifft oder Gesoffen oder was anderes angetestet so lange es bei dem einen mal bleibt. Die Verhältnismäßigkeit ist doch immer das Kriterium auch bei der Smartphonenutzung. Es gibt bestimmt eine Menge qualifiziertere Elternblogs und Podcasts, die darüber was schreiben oder sagen können als mich, daher. Obwohl da auch wieder der Vergleich was das Kind schon kann und wann dürfen sollte auch nicht immer gut ist. Meine Beobachtung im Verlauf ist nur, dass dir übermäßiger Anspruch, Erwartung und Stringents irgendwann wieder zurück schlägt, da dies nun auch eine prägende Freiheitsbeschränkung darstellt und die Jugend soll muss und darf sich Reiben. Selbst zu viel Laissez-faire Freiheit scheint eine doch eher Konservative dem alten Familienbild zugewandte Generation zu befördern. Irgendwie bekommst du immer das Gegenteil von dem was du da fördern wolltest und eigentlich vorgelebt hast. Stolz sollte sich immer dann einstellen, wenn es  zufrieden und glücklich ist, egal welche Lebensentwurf es wählt. Für mich ist Geld und Lohn natürlich kein Kriterium für irgend etwas, was wirklich zufrieden macht. Diese Psychoformel ist auf dem Papier relativ einfach: Willst du einen Partner der dich bedingungslos Liebt, liebe dich selbst bedingungslos, willst du zufriedene, entspannte Kinder sei zufrieden und entspannt.  Oder noch anders:  Die bedingungslose Liebe und das Urvertrauen, was die Kinder mit in die Welt bringen, wünsche ich mir manchmal bei den Eltern. Alles wird gut 🙂

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