whispering voices in my head phone

So tief ist die überwachende Werbeindustrie, noch nicht in die Wohnungen der Rezipienten und Konsumenten eingedrungen, dass sie gewusst hätte welche Entwicklung Podcasts nehmen.

Im Rückblick eine erwartbare Entwicklung. Immer einfach so etwas im Rückblick abzuhandeln.

Hätte man das, was Gronkh, ab 2008 gemacht hat, ordentlich analysiert, hätte man ne gute Prognose klöppeln können. Der Mann saß stundenlang an einem übersichtlichen Game und hat erzählt. Ich hab Jugendliche beobachtet die Youtubegamer zum einpennen haben laufen lassen, ohne auf das Spiel zu achten. Die Story im Game ist natürlich interessant aber die schöpferische Höhe lag dann doch im manchmal seichten manchmal deepen bis trivialen Erzählen und Perspektiven Vermitteln. Plus dem Aspekt der Beruhigung, dass eine bekannte Stimme über Stunden bei einem ist. EinschlafenPodcast. Selbst im Teamspeak sitzen und nur zuhören sorgt irgendwann für die Frage ob man noch da ist. Es ist ne geschlossene Gruppe, die sich zu einem Zweck trifft. Es braucht einen externen Grund, wie ein Game oder ein Onlineradio oder eine sonstige erweiterte Bedingung, warum man sich dort einloggt, es gibt so etwas wie eine Erwartung und eine technische Hürde. Podcast ist auch das legale mp3-Sharing. Holger Klein, Tim Pritlove haben ebenso früh und prägend gewirkt.

Überall tauchen Menschen auf, die ihre Ansichten und Perspektiven zu Themen äußern, der verbale Abgleich mit der Welt, findet öffentlich statt. Ohne allzu starres Formatkorsett. Orientierung in der Welt suchen, hört auch nach der Adoleszenz nicht auf. Musik die länger als ein Jingel anhält, eine Emotion zwischen, die Sprecher und Themen ausbreitet ist dem Gesamtfeeling eher abträglich auch wenn das Morningradioformat, was Jan und Olli kritisieren, versucht die gute happy Aufbruchs-Stimmung auf dem Weg zur Arbeit zu erzeugen. Womit wir bei der Zeitsouveränität und Mobilität sind. Ich kann mir also sowohl die Sprecher aussuchen, also auch das Thema, als auch das Medium, als auch das Ausspielformat, als auch die Zeit.

Das sind so viele Freiheitsgerade, dass es in der Rückschau bestechend offensichtlich ist, dass dies funktioniert. Jeder in einem Bullshitjob oder auf dem Weg zur Fließbandarbeit und während dieser, kann sich einen Stecker ins Ohr stecken und sich den perspektivischen Abgleich mit der Welt holen, der ihm gefällt oder sich von den Personen, die er als hinreichend sympathisch auserkoren hat, erzählen lassen was so gelaufen ist. Faszinierende Vielstimmigkeit. Fehlt das Sharing für die Zusammenstellungen, der Acht Stunden, die man sich für jeden Wochentag zusammenstellen kann. Gronkh gib mir mal ne Liste der Radioformate und Programme, wo du so rein hörst. Was machen wir, mit dem beständig, fast zeitlos Guten? Ähnlich, wie Udo Vetter so etwas wie das Standartwerk, zum Umgang mit der Polizei gedropt hat fehlt uns das noch ein wenig auf dem Feld der Podcast bzw. mp3 ´s zu Themen. Fyyd und andere Aggregatoren arbeiten daran, sowie im Grunde jede Podcastapp und Tim. Ich neige ja zum groben Holzschnitz bei Themen und daher kenne ich bestimmt auch die Untiefen dieses Wassers nicht. Zu viel Mainstream ist auch schlecht, über Programme oder Personen. Nette Entwicklung. Ob ähnlich, eines sich etablierten Intros auch eine nicht verbindliche Ausgabe Null etwas Erstrebenswertes ist? Inhalte, Name, Alter, Ziel, Kompetenzen: you name it– kann ich nicht beurteilen gibt, wie immer Argumente dafür und dagegen. Folge Null Datenbanken, die man je nach Entwicklung des eigenen Casts, neu einspricht die Zero-Epi´s. Schauen wir wohin es treibt. Einige Anbieter sind glaube ich auch wieder vom Markt verschwunden aber ich hab da kaum ein Auge drauf da meine Primärquellen an Casts und damit Infos eigentlich gesetzt sind.

/edit Auch wenn Zahlen natürlich unheimlich bestechend sind. Hörbuchmarkt. Also trotz der sehr verständlichen Problematik mit der Bezahlung, hege ich natürlich extreme Sympathien für die freie Formatierung, so war der Wechsel von WasmitMedien natürlich, logisch und notwendig aber subjektiv ist doch wieder eine Formatstarre eingezogen. Naja besser so als, wenn es das Format am Ende nicht mehr gibt.

#Aus der geteilten Podcasterinnen-GoogleListe ist ja denn nun auch ein Portal entstanden.

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