Fokus kommende Bundestagswahl

Bedrohung, Verlustängste, Feinbilder, Unzufriedenheit, Denkzettel

Der Medienmainstream ist zu simple. Eine Minderheitenregierung hätte differenziertere Medien gebraucht, die am Kern der intendierten und bestehenden Gesetzgebung und dessen nie wirklich ganz abzusehenden Folgen berichtet.

Xenophobie und Vorurteile finden sich in allen Schichten auch bei jenen mit mehr Kapital, Vermögen und wirtschaftlichem Einfluss. Ausländerfeindlichkeit ist nichts Exklusives, was eine WorkingPoor also eine mit Abstiegsangst bedrohte prekäre Mittel- bis Unterschicht betreibt. Die Wahrscheinlichkeit in Ballungsgebieten also in urbanen und nicht dörflichen Strukturen, sich eher an die Vielfalt zu gewöhnen, ist halt ein wenig höher. Wer sich kennt und was man kennt fürchtet man weniger.

Es lebt sich einfach, mit einem anders aussehenden, unverstandenen weil unbekannten Schuldigen. Gepresst durch viele mediale Erscheinungsformen, wie aktuell der Clan-Kriminalität. Sich besser oder überlegen fühlen, ist wie die Gier die nicht aufhört, hat man einen gewissen Wohlstand erreicht. Bestimmte Einstellungen und Vorurteile sind also relativ gleich verteilt, selbst bei den hier in Zweiter oder Dritter Generation lebenden ehemaligen Migranten. Wie gut, dass unsere Konservativen die muslimischen, polnischen, russischen Konservativen ablehnen, nur weil sie meinen die vielen Möglichkeiten eine Glaubensrichtung zu leben, sei bei den Muslimen destruktiver als bei den Christen. Sollten die sich alle auf einen politischen Arm einigen können, wäre es noch düsterer.

Die Sorge um die eigenen Kinder und das bestreben einen Platz, gebunden an Lohn, in der Gesellschaft zu finden, ist überall gleich verteilt.

Diese Umstände in Kombination mit einem gewissen Protestpotenzial, was in der Tiefe der Analyse bei der Arm und Reich Problematik bzw. Verteilungsproblematik landet, bringt uns also die AfD in den Landtagen und im Bundestag.

Die Digitalisierung ist ja erst mal eine riesige kapitalistische Konsumveranstaltung und Marketing und Werbung getrieben. Zielgruppenanalysen um passgenauer bewerben zu können, sind ein großer Teil der Sache. Dies für den politischen Wahlkampf genutzt zu haben, ist ja nun das, was die politische Klasse in den USA kolportiert.

Die Behauptung, bei der Trump-Wahl, ist das gezielte blasenartige Bewerben der Wähler, dies finanziert und damit gesteuert durch Russland. Selbst, wenn dem so war bedeutet dies ja nicht, dass diese Form der digitalen Bewerbung und Beeinflussung auch, wie intendiert funktioniert hat. Werbeeffekte zu messen ist nicht so einfach. Es gibt sehr viel mehr Aspekte und Effekte als dies alles auf, diesen vielleicht gemachten Versuch als monokausalen Ursache zu schieben.

Der Teil der Selbstinformation bei dieser Behauptung ist spannender:

Russland ist schuld.

Social Media hat einen Effekt.

Wer nur genug Geld mitbringt, kann Meinungen und Demokratien naja oder Wahlen kontrollieren.

Und als Konklusion:

Wir müssen die Plattformen kontrollieren. So, wie wir das Alles kontrollieren müssen.

Ich sehe das so: Das Internet befördert alles, jeder kann sich besser vernetzen alle Interessengruppen, können sich finden vernetzen und Abbilden. Alle.

Muslimhasser und Rechte im weitesten Definitionssinne sind halt eben sehr aktiv und Laut im Netz, obwohl die Extreme bei allen Seiten und Denkrichtungen ausbricht. Dabei scheint ein Stolz mit zu schwingen, den Kern der Sache gefunden zu haben. Dieser ist aber bei allen zu finden bei Linken, Ökos, Feministen, je nachdem wo man halt gerade hinschaut. Also irgendwie glauben einige der Meinungskampf, sei dort zu Gewinnen. Der Angriff aufeinander funktioniert wegen den Abwehrreaktionen aber nicht so gut, wie die viel subversivere Arbeit über andere Banden und das beständige Schleifen, durch das Streifen der Themen, aus einer bestimmten Perspektive. Es wird doch irgendwann super langweilig nur aus einer Richtung auf die präsentierte Welt zu schauen. Wie lange kannst du das durchhalten bis du deine Perspektiven und Denkmodelle anpassen musst?

Deine persönlichen Interessen verschieben sich ja auch je nach Lebenssituation. Auf einmal wird der Schul- und Kitaplatz interessant und relevant. Wo es vorher die Studiumsfinanzierung oder die liberaler Drogenpolitik war. Die 68er leben ja noch, ehemalige RAF-Mitglieder erbeuten sich die Rente. Es ist also viel Diverser als die 20% der Wahlstimmen einer AfD.

In so einem Medienjahr passiert viel, Stimmungen sind oft akut im Mainstream auch, wenn bestimmte politische Themen immer wieder aufkommen, leider oft in den selben Bahnen verlaufen und Ergebnislos versanden. Ich vergesse manchmal ganz gerne, dass die Bundestagsabgeordneten diesen medial gespielten Mainstreamthemen ebenso ausgeliefert sind.

Auch wenn der Arbeitsfokus, in ihren Ausschüssen momentan ein anderer ist. Ebenso können diese Politiker und Volksvertreter in ihre eigenen Sozialen- und Arbeitsblasen oder Facebookblasen zurückziehen, sich durch diese prägen und beeinflussen lassen. Ab irgend einem Punkt musst du Vertrauen und kannst nicht mehr objektiv hinterfragen ob die Fraktions- und Parteikollegen oder die Gutachten der Interessensgruppen wirklich den Kern einer Problematik abbildet. Irgendwann musst du den Mut fassen, dich auf eine Position festlegen und jemandem Glauben und auf Effekte Spekulieren.

Die Frage alleine ist wie viel Dynamik und Befreiung steckt in deinen politischen Entscheidungen.

Ich werde wohl selbst langsam alt und irgendwie konservativer. Zumindest entwickle ich Verständnis für alte Parteisoldaten wie de Maizière und Schäuble, als auch Steinmeier. Jetzt wo das Ende des Merkel-Zeitalters absehbar ist, kann ich langsam auch Altmeier nachvollziehen. Ich werde hier langsam milde oder reifer. Verständnisvoller.

Perspektiven, wie die durch den Kapitalismus angetriebene Übersexualisierung des Frauenbilds auf Instragram und in den privaten Fernsehsendern, lassen langsam Verständnis für eine „züchtigere“ Kleidung aufkommen und Übergewicht. Gut ich hab Schminke nie gemocht und beim Vögeln an eine Hüfte zu fassen die knochig ist, ist halt nicht kuschelig aber so hat jeder seine Präferenzen.

Das in Kombination mit der Erkenntnis, dass bestimmte politische Veränderungen nicht von Heute auf Morgen mit der Brechstange passieren sollten sonder eher gleitend, oft mit Subventionsgleitgel.

Treibt einen wohl in die ideologiefreie Rationalität.

Die soziale Frage ist nach wie vor und immer, das zentrale Element. Kinder, Studenten, Rentner Aufstocker also Mehrwertsteuer- und Strompreiszahlende ALG-Empfänger, auf deren Rücken sich ein fragwürdiger Mietmarkt bereichert. Es braucht wohl Wirtschaft und Wachstum, das nie Enden darf, wie ein Krebsgeschwür. Sobald alle ein Dach überm Kopf, genug Essen und Kleidung haben und die Energiefrage geklärt ist, wir was Morde und Totschlag also physische Gewalt in der Bevölkerung [Eigentums- und BTMdelikte, auf allen Ebenen, ausgenommen] eigentlich im Griff haben, nach dem wir das also geklärt haben, bleibt die Optimierung des Systems, die stetige Anpassung und Innovation. Dinge einfacher und verständlicher zu machen, ist ein Punkt. Den Kern reformieren anstatt da komplexe Rechensysteme und Programme drüber zu legen, wenn am Ende der Geschichte nur noch Software versteht, wie der Geldfluss funktioniert und wer was am Ende bekommt [Lohn und Sozialabgaben] , hat [Vermögensverteilung] und bezahlt [Steuerlasten und Subventionen] ist auch keinem gedient.

Die Frage ist neben der digitalen Überwachung durch den Staat und der Energiefrage also das Wichtigste, momentan.

Wir sind historisch aus einem Mangel, hinein in den Überfluss und müssten die kommenden 20 Jahre eigentlich, diesen Überfluss nutzen um uns zu optimieren. Sozialsysteme, Landwirtschaft, Energiefrage, mit kluge Migration und kapitalistischer Integration könnten, wir die Überalterung auffangen.

Am Horizont machen sich aber die konservativen Bedenkenträger in Form der AfD bemerkbar, die Reichtums- und Bestandssichernde FDP, eine auf Sicht fahrende mutlose CDU. Mutig wäre das Vertrauen in die Demokratie durch eine Minderheitenregierung mit wechselnden Mehrheiten, die an Sachfragen streitet, gewesen. Die haben, eine nach heutigem Stand auch nach der kommenden Bundestagswahl notwendige Sache, auf dem Umfrage-Rücken der SPD, in die Zukunft verlagert. Vielleicht war es wirklich rational, die AfD sich erst Mal setzen zu lassen und die im politischen Oppositionsprozess zu beobachten. Alleine ein zweites Mal wird es so nicht laufen. Es bleibt spannend.

Eigentlich müssen wir mal wieder an die großen Räder dran, alleine die mediale Vermittlung, der zu erwartenden Effekte, bei solchen Aktionen, stimmt mich Bedenklich. Wie gut das Moderate-Merkel-Zeitalter dann wirklich war wird sich mit dem Abstand, von einigen Jahren danach zeigen.

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