Groß gemacht

Wie groß dürfen Strukturen sein damit diese effizient, dynamisch und bedarfsgerecht am Markt oder auf politischer Ebene, am Bürger orientiert sind und damit funktionieren?

Warum ist das selbstbewusste Scheitern nicht möglich und erlaubt, akzeptiert und anerkannt? Die ehrliche, offensive Fehlerkultur die dafür sorgen sollte, dass Entwicklung mit hin Evolution stattfindet, politisch organisatorische, wie wirtschaftliche.

Zentral spannend, bei der Frage um die Fehlerkultur ist die Justiz und die Medizin in ihrer praktischen Ausübung. Dort ist es besonders dunkel und übel.

In Bezug auf die Wirtschaft sehe ich das Heute so, kleine lokale Unternehmungen sind besser als große. Der lokale Handwerker mit Angestellten, der spezialisierte Betrieb für die Region und globale Absatzmärkte. Die Mittelstandsdefinition die man von unseren Politikern hört, werden deiner Definition von Mittelstand und Unternehmung bzw. Unternehmer, der jeden Mitarbeiter noch persönlich eingestellt hat, nicht gerecht.

Neben dem Kapital ist das attraktive an der Politik, die Macht und die Anerkennung, in den wirtschaftlichen Kreisen die du bekommst, plus das Stattfinden in den lokalen oder überregionalen Medien. Auch, wenn du mal mit Idealen und gutem Willen gestartet bist, umgarnen dich die etablierten Interessengruppen mit ausgefeilten Argumenten in einfacher und komplexer Form, in der Partei und über die angedockten Interessengruppen. Spannend sind da noch Schulungen für Beamte im Bundesfinanzministerium ausgerichtet von externen Anbietern, die finanziert von der Banken- und Finanzmarktlobby.  Die Legitimierung, deiner politischen Entscheidungen kannst du dir immer durch entsprechende Studien aus Interessenverbänden rein holen, legitimiert bekommst du Entscheidungen, die die Zukunft betreffen immer, da diese ungeschrieben ist, ist das keine klare Wissenschaft.

Als spendenfinanzierte Partei mit Mitgliederschwund, ist es natürlich einfacher mit wenigen Gruppen kooperieren zu müssen. Bedeutet, ein Verband also eine Interessengruppe die für alle Betroffenen spricht und den Willen in Forderungen oder Bedürfnisse destilliert hilft der Arbeit und Entscheidungsfindung. Interessengruppen, egal in welcher Organisationsform, sind also erst Mal neutral. Positionspapiere und Spendengelder aus diesen sollten aber zur demokratischen Willensbildung und Entscheidungsfindung, öffentlich sein. Transparenzregister: im Grunde alle Forderungen die Lobbycontrol stellt.

Jetzt haben wir hier in Deutschland sehr große Unternehmungen, die am europäischen und globalen Markt bestehen wollen, Dax Top 30, halt und einige Banken und Versicherer die sich nicht alle im Dax abbilden.

Als Bundespolitiker und Ausschuss ist es natürlich viel bequemer und angenehmer auf diese zu hören, also auf jene große Unternehmen, die dir später im Vorstand oder einer anderen Abteilung einen Bullshitjob anbieten, der aber eben gut bezahlt ist. Plus der Vorteil, dass ein Manager oder eine Gruppe, für angeblich viele Interessen, von Arbeitern und Angestellten, eines Marktsegmentes spricht, auf dem die ja nun Experten sein müssen, für ihre Interessen.

Kurzum je mehr Macht und Kontrolle du auch in der Wirtschaft auf wenige Vorstände vereinen kannst desto einfacher kannst du kooperieren. Dies nennt sich dann gerne mal Elite und wird durch die Biografien der Manager und hochrangigen Politiker leider untermauert. Dann sieht es wirklich nach Adel also Kapital und Kontrollvererbung aus.

Ich halte alle Menschen für gleich fähig und unfähig egal aus welchem Elternhaus diese kommen oder welchen Zugang zu Bildung, Geld und Kreise diese hatten.

Schaue ich mir Politiker, wie den ehemaligen Landwirtschaftsminister Friedrich, Scheuer oder unsere Bildungsministerin an, ist es ja fast erschreckend, wie unreflektiert bis durchschaubar diese agieren. Undurchschaubarer ist da Spahn, aktuell das Thema Krebs, in die Medien über eine steile Behauptung zu bringen ist natürlich interessant. Der Mann ist Gesundheitsminister, der weiß doch um die Komplexität und Ausformungen und damit Therapien auf dem Feld, der ungewollten Wucherungen der Zellen, die wir als Krebs bezeichnen. Spahn schafft damit etwas was Karl Lauterbach der ein Buch dazu Publiziert hat nicht gelungen ist. Das spielen des Themas in den Medien.

Dabei ist einer einfachen Annahme zu folgen: wir werden insgesamt Älter und damit fangen Zellen, die an ihrem Ort bleiben oder nicht Wachsen sollten, an dies zu tun. Krebs ist Teil des menschlichen Alterungsprozesses und die Bekämpfung historisch extremst spannend: Leseempfehlung

Wo war ich? Ach ja, große Strukturen aus Unternehmen sind einfacher zu kontrollieren und irgendwie ist das Scheitern und Abwickeln von großen Konzernen und Banken, neben der Fehlerkultur ein Problem, wo es kaum Abläufe gibt. Auch unterstützt durch einfacheres Hire and Fire einer soliden Arbeitslosenversicherung oder between two jobs Sozialstruktur.  Das national politische Bestreben ist eher diese noch größer zu machen. Wusstet ihr, dass der Bruder von Toten Hosen Sänger Campino Insolvenzverwalter im großen Stil ist? Düsseldorfer Adel.

Rentenreformen, waren und sind bei der CDU vor Wahlen immer beliebt um die eigene Stammwählerschaft medial nochmal, vor dem Urnengang, zu bestätigen, auf welchem dünnen Akzeptanzfeld sich die SPD, jetzt in Form von Hubertus Heil bewegt, sieht man daran, wie schwer es ist für die SPD Reformpolitik eines größeren Wurfes zu machen.

Auf die Größe von Strukturen und die zyklische „Umsorgung“ in Form des Drehens an kleinen nicht substanzverändernden Rädern, vor Wahlen macht auch Rayk in seinem aktuellen Beitrag aufmerksam:

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