Assoziativ gelockert

Hofmann und Hain haben die Frage nach den aktuellen Helden im Film aufgeworfen. Dahinter steht sehr wahrscheinlich die Vermutung und Annahme früher gab es mehr Helden im Film, die klar als gut und die Guten umrissen waren. Je jünger man ist desto undifferenzierter ist der Blick auf die massenmedialen Vorbilder aus den Bereichen Sport, Serien, Film und Musik, es braucht Vorbilder [und Modelle an denen man lernen kann,] um ein undifferenziertes Fantum, dass bei 13 Jährigen fanatisch wirken kann, zu betreiben.
Und doch haben beide mit ihrer Vermutung, des nicht mehr stattfindenden oder sich verändernden Helden in Film und Serien, Recht. Die Dokumentation „Amerika im Wohnzimmer“ [2012] zeichnet die Erzählweisen früherer Serien nach. Die durchgreifendste Veränderung, war die Ausdifferenzierung, die Mehrdimensionalität der Hauptdarsteller, der Chraktere. Der Sympathieträger, die Hauptfiguren waren nicht mehr nur uneingeschränkt gut, sie durfte, wie Dexter, objektiv böse werden aber mit Motiv und Erklärung, wie später auch Walter White. Den Hauptdarsteller mit dem der, auch finanzielle, Erfolg die Serie steht und fällt, in der ersten Staffel und Episode willkürlich jemanden umbringen lassen, wie bei den Sopranos [1999], war eine kritische Sache.
Also ja, es hat sich etwas mit den Geschichten die erzählt werden in Film und Serien verändert.
Viel spannender ist aber mal wieder, eine Idee von Matt Stone und Tray Parker gewesen [2004]: Einen Film nur mit Puppen zu besetzen und die Notwendigkeit zum Schauspiel auch in der Politik im Kern des Films zu verankern, also Puppen bis hin zu Marionetten die Schauspielen sollen. Lass die Marionette eine ergreifende Rede halten. Trump ist bei allem was er tut authentisch. Boris Johnson nicht unbedingt. Das Rednerpult eines Politikers ist auch eine Bühne. Heute hat sich die Möglichkeit eine Bühne, auf der ein Schauspiel stattfinden kann ,überall zu errichten, durch das Smartphone, bei Trump auch Twitter, erhöht.
Da Michael Moore, in seinem aktuellsten Film, Trump mit Hitler verglichen hat, kann man natürlich auch unkritisches fanatisches Fantum in den Liebesbriefen an Hitler, die Serdar Somuncu mal vorgelesen hat finden und über die Tatsache staunen, dass Hitler einen Großteil seiner persönlichen Einnahmen auch über die Lizensen seiner Fotos also Bilder von ihm realisiert hat.