Nostos

Ich wollte nur hier eben einen Artikel ablegen:

Gebrauch und Missbrauch der Nostalgie, eine schöne Kollage über die verbindenden Aspekt des Findens einer gemeinsammen Erzählungen und Geschichte. Beobachten kann man dies in jeder Größenordnung. Beim Individuum, im Freundes- und Bekanntenkreis bzw. Kollegium oder einschneidenden historischen Ereignissen. Der Bund der Vertriebenen speißt sich aus nichts anderem als der Tatsache der gemeinsammen Erzählung.

Die Geschäftsfelder des Rückgriffs auf positive Erinnerungen sind ebenso breit gestreut, wie die für die Schaffung neuer positiver gemeinsammer Erlebnisse auf die man, Erinnernd und Erzählend, zurückgreifen kann. Sei es die Kreuzfahrt oder der gemeinsame Demobesuch.

Die durch den Minimalismus kritisierten dinglichen Kulturgüter, also alles haptisch gegenständlich Dingliche, dass Ressourcen bei seiner Herstellung verbrauchte durch Erlebnisse und Erfahrungen zu ersetzen und sich von der emotionalen Aufladung der Gegenstände zu befreien, ist damit eine sehr durchgreifende Forderung. Die ein Kind ihrer Zeit, des Digitalen, ist. Wer braucht die Bilderrahmen, das Bücherregal, die Blueray-Sammlung, das Auto? Ich hab Festplatten und die stehen nicht mal bei mir sondern werden als „Cloud“ bereitgestellt. Die kollektive Infrastruktur sorgt für meine Mobilität.

[Wisst ihr noch damals 1996 als wir dachten, das Cyberspace wäre unabhängig? So, wie es John Barry Parlow erklärte?]

Zeitgleich funktionieren Formate, wie die Drei vom Pfandhaus, American Pickers und bei uns Bares für Rares, deren primäre Inhalte Produkte vergangener Tage sind – Vinyl kommt wieder, historische Dampfmaschinenausstellungen und Oldtimertreffen existieren ebenso, wie der 50er Jahre Rockabilly-Trend, dessen gefühlte Ausläufer sich in den Barbershops in den Innenstädten ausmachen lassen und seine Entsprechung in dem Angebot der Tanzschulen für Burlesque findet.

Bei aller Kritik an den neuen Dingen und Dienstleistungen die auf dem Endkonsumentenmarkt abgeladen werden, ist die subkulturelle Pflege des Alten und sei es durch die Kunstschmiede, die auch für Rüstungen weiter betrieben wird, meist für Mitglieder von Vereinen, die sich auf Mittelaltermärkten wiederfinden, dann als Traditionspflege wieder bemerkenswert. Ebenso, wie die Idee eine Burg nur mit Mitteln der damaligen Zeit zu bauen, die Holzkrähne zu errichten und auf moderne Techniken zu verzichten.

Wobei Statik, wie beim Kirchenbau und damit der Architektur, das Design also die Mischung aus Stil und Funktion, immer auch den Faktor des Fertigungsprozesses, in seinem Ergebnis trägt.

Die Fusion aus alten Rohstoffen und neuer Technik, wie den Rechnern die man auf die Funktionserfüllung ansetzen kann, hier um Hochhäuser aus Holz zu errichten, den Nahrungsmittelbedarf durch die Erzeugung vor Ort beim Urban Gardening bzw. Vertikal Farming zu decken oder Luftströmungen durch bestehende Häuserstrukturen zu berechnen um Kühlungseffekte zu erkennen, sind neben dem Wassermanagment nur einige Substream Erzählungen, die mal wichtig werden könnten. Ähnlich der Erzählungen des Elon Musk.