Flinten im Korn

Unser ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler musste auch seinen Hut nehmen wegen der Aussage, dass wir unsere Handelswege verteidigen. So instabil, wie Ägypten politisch die letzten Jahrzehnte gewesen sein mag den Sueskanal, der die Fahrt ums Kap erspart haben sie mit viel Kapitaleinsatz ausgebaut. Vor einigen Jahren waren somalische Piraten mal ein Thema die „unsere“ Handelsschiffe bedrohen. Dort gab es dann auch einen Einsatz deutscher Schiffe, dass sich Europa bei der Straße von Hormus mit einer Mission bestehend aus Kriegsschiffen europäischer Staaten, raushält, noch, finde ich eigentlich gut. Der Zeit viel angemessener ist nicht auf das Öl in den Tankern hinzweisen sondern auf den Dreck, in Form von Co2, den die Containerschiffe, wie die teurere Flugfracht, emittieren.

Die Konflikte um klimaschädliche aber lukrative Rohstoffe, geht global ja weiter. Russland hat sich jetzt mal ne Genehmigung ausstellen lassen, um Gas aus einem Gebiet zu holen, wo die Ansprüche nicht ganz geklärt sind.

Russland kann auch auf den Handelsweg der Nordostpassage spekulieren, wenn das Eis zurück geht.

Dass sich in weithin unbesiedelten Gebieten in Sibirien, durch den Rückgang des Permafrostes riesige Krater und Löcher auftun kann dabei relativ egal sein. Das war 2017 dieses Jahr gibts Feuer.

Klar man kann sich das Containervolumen der europäischen Frachthäfen anschauen oder auf einen Einzelfall von 2012 verweisen: Die chinesischen Erdbeeren waren schuld.

Die Zeiten in denen Regionen unabhängig funktioniert haben, Bedürfnisse also aus den regionalen und lokalen Produktionen gedeckt wurden, sind in Europa seit dem römischen Reich vorbei. Die Ohnmacht kleinerer Verbünde, deren Bedeutung sich bei uns im Grundgesetz durch die Föderalisierung niederschlägt und deren Abhängigkeiten sind also ein Thema.

Die gegenseitigen Abhänigkeiten durch die Globalisierung, stellten ja dann kein Problem dar, wenn diese nicht Zeitgleich mit Ausbeutung und Umweltzerstörung einhergehen würden.

Nehmen wir mal willkürlich die Wasserproblematik in der Atacama-Wüste, oder die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie, hier von der Übernahme der Maschinen zu sprechen wirkt sehr fern, nur die sich daran anschließende Frage ist interessant. Nach der günstigen Arbeitskraft und deren Ausbeutung, kommt die nicht mehr notwendige Arbeitskraft, dann wird der Mensch nur noch als Konsument aufgehen.

Der an Nahrung gebundene Stoffwechsel mag die eine Notwendigkeit sein, die sich zunehmende in das Netz verlagernde Erzählung, die sich über das Smartphone und seine primär genutzten Programme, wie die des FacebookKonzerns realisiert oder mit Trump über Twitter, bedient die selben Prinzipien der Beeinflussung, wie es die westliche Marketing und Werbeindustrie auch unter zur Hilfenahme der Forschung, seit Jahrzehnten zur erweiterten Bedürfnisschaffung und Markenverbundenheit betreibt.

Dass Glück und Zufriedenheit nicht mit einem Wohlstand einhergeht der weit über die Grundbedürfnisse hinaus ragt und sich zentral am Sozialleben aus Familie, Freunden und Umfeld speißt, ist auch Mark Zuckerberg klar nur, verdient er sein Geld durch den Handel und die Verbreitung von Ideen die politischen Einfluss und gesteigerten Konsum durch Werbung bedeuten.

Randnotizen sind dabei fast die Bots die durch Facebook und Instagram laufen und natürlich Cambridge Analytica – Wie weit ist der „saubere“ Westen also von Russland und China entfernt? Mit seiner totalitären Wohlstands und Kapitalerzählung?

Das waren zumindest die Gedanken nach dem Hören des aktuellen TalkRadios.