Handelsrouten

Der Kolonianismus ist ja angeblich vorbei, obwohl man zum Beispiel China als Produktionskolonie für die USA und dann den Rest der Welt begreifen könnte, bis sie sich souverän genug fühlten um ihre eigenen Interessen stärker zu postulieren, wie die Vernetzungswege die als neue Seidenstraße bezeichnet werden.

Geht man davon aus, dass Handel eine Win-Win Situation für beide Seiten bedeutet und Infrastruktur seien es Straßen, Schienen oder Häfen, Produktionsgebäude oder Minen, Schulen, Krankenhäuser und Wohnungen – Aufgaben sind die man auch durch kollektiven Kapitaleinsatz von Oben realisieren kann – befinden wir uns genau bei der Frage des demokratischen Mitspracherechtes, also der Wahrung der Interessen der Betroffenen [Locals].

Was man in jedem Teil der Erde und sei es bei den Aktivitäten, auch durch Investitionen, die China in afrikanischen Staaten vollbringt kritisch Beleuchten kann. Das böse China baut da Schienen.

Stuttgard 21+ wie es nach der Moderation durch Heiner Geißler hieß ist ein ebenso interessanter Einzelfall, wie die Waldschlößchenbrücke in Dresden. Vor dem Hintergrund, dass es Studien zu dem allgemeinen Zustand der Brücken in Deutschland, die wir auf Verschleiß fahren, gibt und damit Stimmen die fordern, dass man hier staatlicher Seits mehr Investieren sollte, eine spannende Frage der vermittelnden Moderation ist, ähnlich wie bei dem Thema um Windkraftanlagen und Stromtrassen.

Brücken anstatt Mauern bauen fällt mir da in Bezug auf Trump und Putin ein. Egal wem die Krim in 70 Jahren gehören wird, die Krim-Brücke bedient viele Aspekte. Als hätte sich der Kremel, wichtige mediale Prinzipien bei Gerhard Schröder abgeschaut, der beim Elbe-Hochwasser 2002 das Versprechen des Staates, Verantwortung in der Not zu übernehmen und damit Zuspruch und Akzeptanz zu erlangen, benutzte.

Die Propaganda, das Framing, die Relativierung von RussiaToday, für die Europäer, die kritisch auf die Verhaftungen und den Polizeieinsatz um die Registrierung von Kandidaten zur Wahl in Russland schauen, mit dem Verweis auf die Proteste und die Polizeiaktivität in Frankreich, ist ein Medienspektakel ganz eigener Natur.

Das Kritierum der Hilfe, also wer Hilft bei Naturkatastrophen seien es Überschwemmungen, Hungersnöte oder Erdbeben ist nicht zu unterschätzen. Mütterchen Russland, Vater Staat.

Spannend wird es, wenn eine Berohungslage durch Bevölkerungsgruppen und deren Interessen postuliert wird. Trump bedient also lang gehegte Ängste, wie die vor dem schwarzen Mann, den Muslimen oder Mexikanern um ein Infrastruktur-Projekt in Form einer Mauer als Lösung anzubieten. Das Spielen der Ausgrenzungs- und Rassismuskarte ist in einigen Teilen der Medien und der Bevölkerung relativ wirksam. „Die anderen“ oder „der Fremde“ ist Schuld – funktionierte auch bei einigen Prozent der Brexitbefürworter. Ob die ihr Futter nun über die Zeitung, Radio, Fernsehen oder das Internet erhalten haben, finde ich dabei gar nicht so wichtig. Mir reicht es festzustellen, das die Erzählung über den bösen Muslim, weiter betrieben wird.

Ob man nun die kirchlichen Aktivitäten mit der CDU in Verbindung bringt oder die gewerkschafltichen Aktivitäten mit der SPD, bei den Wahlen in Ägypten 2011/2012 waren die Muslimbrüder, deren politischer Arm die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei war, die demokratisch legitimen Gewinner.

„Sie missionierte, engagierte sich im sozialen Bereich, verurteilte die Gewalt, bekannte sich offiziell mehr und mehr zu Grundsätzen von Demokratie und Pluralismus.“

„Der Erfolg der Bruderschaft überraschte nicht: Viele Wählerinnen und Wähler gingen davon aus, dass sich nur die straff organisierte Bruderschaft dem alten Machtapparat widersetzen konnte. Und die vielen Armen im Land setzten darauf, dass ihnen auch in Zukunft soziale Dienste getan würden.“

Das soziale Engagement der Muslimbrüder, würde halt entsprechend an der Wahlurne belohnt.

Präsident Mursi machte nun den Fehler General as-Sisi zu ernennen, dessen Institution also das Militär 1,3 Milliarden im Jahr, aus den USA erhält.

Mursi war demokratisch Gewählt und wurde in seiner demokratisch legitimen Amtszeit, durch den nicht gewählten as-Sisi ersetzt.

Behauptet man Ägypten sei für den Westen aus geostrategischen Erwägungen wichtig ähnlich, wie die Krim für Russland wichtig ist und der, der die Musik bezahlt bestimmt auch was Gespielt wird, also ob das ägyptische Militär auf die Idee kommt den Sueskanal zu schließen um die Durchfahrtspreise zu erhöhen oder Gaza zu helfen, ist das Interesse an ägyptische Innenpolitik, durch den Westen, natürlich reine Verschwörung.

Israel betreibt dort nun nicht unbedingt eine inklusive Demokratie, die jedem Palästinenser eine Wahlstimme, so er sich zum Staat Irael bekennt, gibt. Israel hat 9 Millionen Einwohner davon sind 6,7 Millionen jüdisch. Die Israelische Staatsbürgerschaft könnte man also noch 3 Millionen Palestinensern anbieten, von den 9 Millionen weltweit. Was auf dem Papier nett aussieht aber auf ebenso viel Gegenliebe, wie bei uns die Aufnahme von jährlich 200.000 Geflüchteten in aussterbenden ostdeutschen Dörfern, stoßen wird.

Da man als Gefühlslinker ungerne konservative bis rechte Kräfte in Demokratien sieht, ist die Einordnung der Stimmung, über die Medien verbreitet, immer eine Analyse wert, die Tilo und Stefan, vor der letzten Wahl in Israel versucht haben einzufangen und dabei auf die Bewertungen anderer Verweisen. SWR2-Forum. Momentan aktuell und spannend sind die Berichte von Fefe über seine Wahrnehmung und Gefühle beim Besuch in Israel und China.