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Man sagt ja immer so, die radikaleren politischen Ränder treffen sich gerne gedanklich, frei nach dem Motto: das politische Spektrum ist ein Kreis. Mueller der unter Leitung des US-Justizminsteriums gearbeitet hat also diesem angegliedert war, sagte ja im Grunde: Wir haben was gefunden aber wir sind nicht diejenigen die hier die Prozesse anstoßen und führen sondern nur zusammentragen.

Natürlich ist Google nicht neutral im Sinne der Bereitstellung einer kostenfreien Dienstleistung sondern, wie sie selbst mal betonten nach dem Aufsetzen und Bereitstellen einer Dienstleistung, schaut man mal, wie man damit dann nicht nur den Ruf als selbstloser Konzern mehren kann, sondern Geld verdient. Dort reiht sich, dann die Modifizierung des Algorithmus ein, der immer fantastischere Verschwörungstheorien und Erzählungen als Folgevideo auf Youtube empfiehlt. Vergleichbar mit der Amazon „Kunden kauften auch“ Empfehlung die einem, dann alle weiteren Teile die zum Bombenbau benötigt werden, empfiehlt.

Ich bin mir relativ sicher Trump, wie Bannon kommen jetzt aus einer ganz anderen gedanklichen Richtung auf die Problematik der Googlesuchergebniszusammenstellung, um diese durch das Justizminsterium mal einer Prüfung zu unterziehen.

Daher mag ich Trump als Stichwortgeber oder Hook so gerne, gut, dass wir mal über die globalen Handelverträge und Zölle reden oder eben auch über die NATO oder den Iran. Als auch die Marktmacht amerikanischer Konzerne in Europa. So ein bisschen Polarisierung, nur um über das Themenfeld nachzudenken schadet nicht, am Ende aller Erzählungen muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Jetzt hat der Präsident aufgrund der Föderlisierung in den USA mehr aussenpolitische Macht und Bedeutung als innenpolitische, die Bundesstaaten haben da halt ein anderes Souveränitätslevel, was vor dem Hintergrund, des staatlichen Überwachungsapparates den die dort hochfahren und ausbauen, schaut man sich die Angestelltenzahlen in der privaten zuarbeitenden Sicherheitsindustrie an, was vergleichbar mit den Zulieferern für das US-Militär ist, möglicher Weise so bald nicht mehr gilt. Der Befugnisarm ins Land wird halt länger.

Boots on the Ground ist natürlich auch irgendwie ein Auslaufmodel, wenn man sich die Möglichkeiten die Überwachung oder aber auch „Programme“ wie Stuxnet anschaut. Manchmal reicht es ja auch den Iran einfach von dem globalen Finanzsystem abzuklemmen, wo man sich dann fragt warum das in amerikanischer Hand liegt.

Mir macht dieser Antiamerikanismus auch irgendwie keinen Spaß mehr oder das Warten auf moderatere Kräfte, was die transatlantische-Alliierten-Verbundenheit anbelangt könnte man ja sowas, wie Partnerschaft in guten, wie in schlechten Zeiten postulieren; nur die schlechten Zeiten scheinen da ein beständiges Prinzip zu sein, woran auch Obama nach Bush Junior nichts änderte.

Storytelling

Ach, wenn wir hier schon die offensichtlichen Geschichten erzählen, wobei ich nicht weiß welchem Puplikum das nun Neu sein sollte oder gar überraschen: Aus der im Westen beheimateten WASG also der „Wahlalternative soziale Gerechtigkeit“ und der im Osten verankerten PDS gründete sich dann die Linke. Lafontain war nicht gegen die SPD sondern eben nur gegen ihren Kurs, die Hoffnung lag darin das Stigma der DDR-Partei loszuwerden und diese so koaltionsfähig mit der SPD zu machen.

Der linke SPD-Flügel flüchtete dann auch in die Linke und wartete dort auf die SPD, die zu sich und damit zu dem Teil von ihr, den sie verloren hatte, schon irgendwann zurückfinden würde, nach Schröder, Müntefering, Clement und anderen.

Die Jusos waren gefühlt in ihren Diskussionen und Positionen schon immer da wo sich auch die Linke verortete, nur irgendjemand oder eine mitgeschleppte Eitelkeit, parteiintern, Plus der medialen Meinungsmacht und Mache, der Medien die Schröder brauchte (also irgendwo bei RTL und Bild), der Liberalen und vor allem der Rechten aus CDU und CSU dem natürlichen Fress- und Zersetzungsfeind, die die SPD als Steigbügelhalter missbrauchen wollte und konnte, redete der natürlichsten Konsterlation von allen also Rot-Rot-Grün, die sich im Zuge der Oppositionszeit finden sollte, ein, dass dies vom Teufel sei.

Der sich selbst verordnete Erneuerungsprozess, der jene alten Personen, die das Bild einer DDR-Partei und der Linken als Feind und nicht als nützlicher Konkurent, pflegten, jener Prozess der diese Ansichten aus der Partei kegelen sollte, um sich neu und mit klarem Bekenntnis aufzustellen, wurde durch einen erneuten Regierungseintritt, eine erneute GroKo, verhindert.

Um diesen nützlichen Prozess hat die SPD-Spitze ihre Genossen und  viel mehr noch die beobachtenden Wähler betrogen, durch den Eintritt und das Fungieren als Steigbügelhalter für die CDU: Dem natürlichen Fressfeind der schneller mit der AfD koaliert, als die SPD die Linke als doch regierungsfähig definiert. Die CDU wird die Standards die sie an die SPD stellt durch Defamierungen der Linken als Mauerpartei; für sich selbst und gegenüber der AfD, wenn es um Macht und Kontrolle geht nie anlegen. Ja aber das sind Nazis, ja und ? Wir wollen ja regieren und keine Nazigesetze machen.

Die beste Sozial- und Umweltpolitik aus der Regierungsverantwortung heraus, brächte der SPD keine Wähler wieder, ausser in einer langen linkspopulistischen oppositionellen Phase, wie sie Westerwelle 11 Jahre auf einem anderen politischen Feld betrieb: um dann nicht liefern zu können.

Kurzum irgendjemand in der SPD hat das mit den Medien, dem Zeitgeist der bei klarer Position auch wieder für einen spricht [siehe Grüne] und dem Storytelling von Entwicklung und Glaubwürdigkeit, vor allem mit der Macht und dem wichtigen klaren Feind- und Feindbild nicht so richtig verstanden.

Wenn eure Politik mal so bleibig war, dass sie unter Schröder neoliberal wurde und jetzt auch unter CDU-Führung funktioniert, habt ihr kein klares Leitbild, keine Ideale und keine Vision die über die harte alltägliche Arbeit die ihr im Bundestag leistet hinaus reicht .