Freude am Konsum

Schauen oder Hören, Konsumieren Sie den Aufwachen! Podcast. Er ist sehr gut.

  • Den bemerkenswerte Einstieg bildet die Erkenntnis und das Hinterfragen, wie Klaus Kleber dort die Kosten für die Rente oberflächlich framed. Die Mehrheit der Zuschauer glaubt, als ehemalige Arbeitnehmer oder Lohnabhängig beschäftigte, trotz jahrelanger mtl. Lohnabrechnungen wohl immer noch nicht die Sozialabgaben, sondern die Steuer sei ihr Problem. Gut bei der Mehrwertsteuer, mag das für jeden Endkonsumenten gültig sein. Aus Arbeitgeber Sicht ist Brutto und Netto natürlich egal, da es Lohnkosten sind. Die Beiträge die dein Arbeitgeber für dich an den Staat zahlt sind Teile deines Lohns.

Die Steuer und die Verteilungslast oder Verantwortung, ist dann nochmal ein anderes größeres, weiteres Feld.

  • Für ARD und ZDF machen die Politiker gerne mal Termine für Bilder an symbolträchtigen oder bildgewaltigen Orten. Dafür finden sich nicht nur bei großen BilderproduktionsEvents, wie den G8 oder G20 Gipfeln Beispiele sondern auch immer mal wieder bei unserer Bundespolitik. Trifft die Basis sich medienwirksam, wird bei der SPD schon mal räumlich auf alten Industriechic zurück gegriffen und bei der CSU auf Schlösser oder das Bierzelt.

Die umfaller Partei SPD startet also, wie andere auch, mediale Themen-Testballons. Damit sind wir so weit von einer umgesetzten, etablierten Reform weg, wie wir nur sein können. Ideen hab ich auch viele. Es bleiben  die Verhandlungen und Stellungnahmen der Interessensverbände, die exakte Ausgestaltung der Paragraphen, die Implementierung der von der Regelung bzw. dem Gesetz Betroffenen und je nach Reform und Gesetz die Rechtsprechung, die an der Auslegung herum modifizieren kann.

  • Altmaier. Parteisoldat und extremst eng mit Merkel als ehemaliger Kanzleramtsminister tief in der BND-NSA Sache drin und mal richtig giftig gegenüber Monitor oder war es Panorama, als Energieminister gewesen, als die, den in seinem Büro aufgesucht haben und mit regulierungstechnischen Vorwürfen und seiner Untätigkeit, Fehlern bzw. falschen Entscheidungen konfrontiert haben. Interessant zu sehen wie er reagiert, wenn man ihm auf die Füße tritt. Der Mann hat durch seine lange politische Karriere genug Beinfreiheit, um auch mal ein Papier zu droppen, von dem einige behaupten, wie hier in Steingarts Morningbriefing, es sei Planwirtschaft. Der Mann, also Altmaier, ist klug genug zu wissen was er da zur Diskussion stellt und die Rettung und damit Verstaatlichung, der HSH oder der Comerzbank gab es. Die Steuer und Subventionspolitik auf dem Energiemarkt und für Unternehmen, wie Siemens, die mit den Politikern auf Auslandsreisen gehen um die Auftragsbücher voll zu bekommen sind etablierte Medienbilder. Das Framing von Plan- und Marktwirtschaft vor dem Hintergrund von Steuersubventionen, Forschungsgeldern und Zöllen könnte langsam mal aufhören. Damit trägt er im Grund zu einer ehrlicheren und offenen Diskussion um das Thema Wirtschaft und die Rolle der Politik bei. Ich hab mich damals 2008/2009 maßlos geärgert, dass die das komplette europäische Finanzsystem also die Banken nicht haben zusammenbrechen lassen. To Big to Fail, To Big to Jail, der Kapitalismus ohne staatliche Eingriffe wirds richten – da haben einige Ökonomen den Knall nicht gehört oder pflegen die eigene falsche Lehrmeinung die die an den Unis in BWL und VWL weiter geben.

Das Draufhauen auf Politiker, ist ja beliebter Volkssport. Ich bin mir sehr sicher viele MdB zu finden die mir Überlegen sind, die vor schweren Abwägungsprozessen und Kompromissen stehen, bei denen sie froh sind auf den Fraktionszwang zurück greifen zu können. Sich in Themen eingearbeitet haben, die mir, in ihrer Vielschichtigkeit und Ausformung über Positionspapiere zu bräsig, komplex wären.  Der mit Crystal Meth, in der Tasche kontrollierte Politiker Volker Beck, meinte dann auch: Joa, der Bundestag ist ein Querschnitt der Bevölkerung, es findet sich hier alles. Die Proben auf der Toilette des Bundestages die Kokain nachgewiesen haben, liegen jetzt zwar schon einige Jahrzehnte zurück aber die Leistungsgesellschaft bildet sich auch hier ab.

Manchmal erscheinen einem die Wahlzyklen zu kurz um, nachhaltige Politik zu etablieren, dann bemerkt man die Vernetzung und Seilschaften und wünscht sich einen fundamentaleren Austausch, der Mächtigen. Eine gewisse Behäbigkeit in der Politik ist sinnvoll, um diese noch kontrollieren und bewerten zu können. Dann scheint wieder keine Fehlerkultur etabliert, um in langen Verhandlungen erarbeitete Kompromisse, die in gesetzliche Regelungen münden, zurückzunehmen. Eine anderes Problem sind Garantien, die über Jahrzehnte ausgesprochen werden. Sei es die Einspeisevergütung oder das Recht zum Kohleabbau, ändert die Politik Rahmenbedingungen hindert Unternehmen also am Gewinne erwirtschaften und mindert damit die Rendite der Anleger oder Anteilseigner, wird nach Ausgleich geschrien. Schade, dass die im Grundgesetz vorgesehene Enteignung, einen Kompensations- oder Ausgleichsanspruch kennt. Die privaten Schiedsgerichte die in ACTA, vorgesehen waren, hätten Klagen gegen den Staat, wegen ausgefallener Gewinne am regulierten Markt, zugelassen. Diese Klagen gibt es im Grunde jedoch bei jeder Anhörung der Interessensverbände die durch irgend eine Neuregelung Einbußen erwarten, sie sind nur nicht juristisch verbindlich. Der Zwang zum Interessensverband ist dort eine neue Sache, der ich skeptisch bis verwundert gegenüber stehe. Die Skepsis gegenüber den nicht frei gewählten Gewerkschaften, ist berechtigt aber dann vernetzt euch bei Interessenvertretungen, die euch nicht zu abgehoben erscheinen. Ich bin Linker: Betriebsräte und Gewerkschaften sind, das Basisgut der vernetzten Lohnabhängigen. Ähnlich der SPD, scheinen sich die Gewerkschaften weg vom auch juristisch schützenden, persönlichen Ansprechpartner zu einer „die da Oben“ Einrichtung gemausert zu haben. Ohne Scheiß aber vielleicht sollte es da auch bessere Apps, mit Leitfäden bei Problemen, für Mitglieder geben.

Ob und wie viel besser man mal nicht neoliberale Politik machen kann ohne die CDU, bleibt ja immer noch offen. Rot-Grün unter Schröder war ja nun eben viel krasser neoliberal als es die CDU mit ihren damaligen Mehrheiten im Bundesrat hätte je sein können.

Misstrauen gegenüber den Kranken und Schwachen oder den Armen, schlägt sich in der dicke der Akten nieder, im Gesundheitssektor und bei den ARGEN bzw. Jobcentern. Als auch bei der Verwaltungsarbeit die schon kleinere Unternehmen leisten müssen, um sich korrekt zu verhalten.

Fokus kommende Bundestagswahl

Bedrohung, Verlustängste, Feinbilder, Unzufriedenheit, Denkzettel

Der Medienmainstream ist zu simple. Eine Minderheitenregierung hätte differenziertere Medien gebraucht, die am Kern der intendierten und bestehenden Gesetzgebung und dessen nie wirklich ganz abzusehenden Folgen berichtet.

Xenophobie und Vorurteile finden sich in allen Schichten auch bei jenen mit mehr Kapital, Vermögen und wirtschaftlichem Einfluss. Ausländerfeindlichkeit ist nichts Exklusives, was eine WorkingPoor also eine mit Abstiegsangst bedrohte prekäre Mittel- bis Unterschicht betreibt. Die Wahrscheinlichkeit in Ballungsgebieten also in urbanen und nicht dörflichen Strukturen, sich eher an die Vielfalt zu gewöhnen, ist halt ein wenig höher. Wer sich kennt und was man kennt fürchtet man weniger.

Es lebt sich einfach, mit einem anders aussehenden, unverstandenen weil unbekannten Schuldigen. Gepresst durch viele mediale Erscheinungsformen, wie aktuell der Clan-Kriminalität. Sich besser oder überlegen fühlen, ist wie die Gier die nicht aufhört, hat man einen gewissen Wohlstand erreicht. Bestimmte Einstellungen und Vorurteile sind also relativ gleich verteilt, selbst bei den hier in Zweiter oder Dritter Generation lebenden ehemaligen Migranten. Wie gut, dass unsere Konservativen die muslimischen, polnischen, russischen Konservativen ablehnen, nur weil sie meinen die vielen Möglichkeiten eine Glaubensrichtung zu leben, sei bei den Muslimen destruktiver als bei den Christen. Sollten die sich alle auf einen politischen Arm einigen können, wäre es noch düsterer.

Die Sorge um die eigenen Kinder und das bestreben einen Platz, gebunden an Lohn, in der Gesellschaft zu finden, ist überall gleich verteilt.

Diese Umstände in Kombination mit einem gewissen Protestpotenzial, was in der Tiefe der Analyse bei der Arm und Reich Problematik bzw. Verteilungsproblematik landet, bringt uns also die AfD in den Landtagen und im Bundestag.

Die Digitalisierung ist ja erst mal eine riesige kapitalistische Konsumveranstaltung und Marketing und Werbung getrieben. Zielgruppenanalysen um passgenauer bewerben zu können, sind ein großer Teil der Sache. Dies für den politischen Wahlkampf genutzt zu haben, ist ja nun das, was die politische Klasse in den USA kolportiert.

Die Behauptung, bei der Trump-Wahl, ist das gezielte blasenartige Bewerben der Wähler, dies finanziert und damit gesteuert durch Russland. Selbst, wenn dem so war bedeutet dies ja nicht, dass diese Form der digitalen Bewerbung und Beeinflussung auch, wie intendiert funktioniert hat. Werbeeffekte zu messen ist nicht so einfach. Es gibt sehr viel mehr Aspekte und Effekte als dies alles auf, diesen vielleicht gemachten Versuch als monokausalen Ursache zu schieben.

Der Teil der Selbstinformation bei dieser Behauptung ist spannender:

Russland ist schuld.

Social Media hat einen Effekt.

Wer nur genug Geld mitbringt, kann Meinungen und Demokratien naja oder Wahlen kontrollieren.

Und als Konklusion:

Wir müssen die Plattformen kontrollieren. So, wie wir das Alles kontrollieren müssen.

Ich sehe das so: Das Internet befördert alles, jeder kann sich besser vernetzen alle Interessengruppen, können sich finden vernetzen und Abbilden. Alle.

Muslimhasser und Rechte im weitesten Definitionssinne sind halt eben sehr aktiv und Laut im Netz, obwohl die Extreme bei allen Seiten und Denkrichtungen ausbricht. Dabei scheint ein Stolz mit zu schwingen, den Kern der Sache gefunden zu haben. Dieser ist aber bei allen zu finden bei Linken, Ökos, Feministen, je nachdem wo man halt gerade hinschaut. Also irgendwie glauben einige der Meinungskampf, sei dort zu Gewinnen. Der Angriff aufeinander funktioniert wegen den Abwehrreaktionen aber nicht so gut, wie die viel subversivere Arbeit über andere Banden und das beständige Schleifen, durch das Streifen der Themen, aus einer bestimmten Perspektive. Es wird doch irgendwann super langweilig nur aus einer Richtung auf die präsentierte Welt zu schauen. Wie lange kannst du das durchhalten bis du deine Perspektiven und Denkmodelle anpassen musst?

Deine persönlichen Interessen verschieben sich ja auch je nach Lebenssituation. Auf einmal wird der Schul- und Kitaplatz interessant und relevant. Wo es vorher die Studiumsfinanzierung oder die liberaler Drogenpolitik war. Die 68er leben ja noch, ehemalige RAF-Mitglieder erbeuten sich die Rente. Es ist also viel Diverser als die 20% der Wahlstimmen einer AfD.

In so einem Medienjahr passiert viel, Stimmungen sind oft akut im Mainstream auch, wenn bestimmte politische Themen immer wieder aufkommen, leider oft in den selben Bahnen verlaufen und Ergebnislos versanden. Ich vergesse manchmal ganz gerne, dass die Bundestagsabgeordneten diesen medial gespielten Mainstreamthemen ebenso ausgeliefert sind.

Auch wenn der Arbeitsfokus, in ihren Ausschüssen momentan ein anderer ist. Ebenso können diese Politiker und Volksvertreter in ihre eigenen Sozialen- und Arbeitsblasen oder Facebookblasen zurückziehen, sich durch diese prägen und beeinflussen lassen. Ab irgend einem Punkt musst du Vertrauen und kannst nicht mehr objektiv hinterfragen ob die Fraktions- und Parteikollegen oder die Gutachten der Interessensgruppen wirklich den Kern einer Problematik abbildet. Irgendwann musst du den Mut fassen, dich auf eine Position festlegen und jemandem Glauben und auf Effekte Spekulieren.

Die Frage alleine ist wie viel Dynamik und Befreiung steckt in deinen politischen Entscheidungen.

Ich werde wohl selbst langsam alt und irgendwie konservativer. Zumindest entwickle ich Verständnis für alte Parteisoldaten wie de Maizière und Schäuble, als auch Steinmeier. Jetzt wo das Ende des Merkel-Zeitalters absehbar ist, kann ich langsam auch Altmeier nachvollziehen. Ich werde hier langsam milde oder reifer. Verständnisvoller.

Perspektiven, wie die durch den Kapitalismus angetriebene Übersexualisierung des Frauenbilds auf Instragram und in den privaten Fernsehsendern, lassen langsam Verständnis für eine „züchtigere“ Kleidung aufkommen und Übergewicht. Gut ich hab Schminke nie gemocht und beim Vögeln an eine Hüfte zu fassen die knochig ist, ist halt nicht kuschelig aber so hat jeder seine Präferenzen.

Das in Kombination mit der Erkenntnis, dass bestimmte politische Veränderungen nicht von Heute auf Morgen mit der Brechstange passieren sollten sonder eher gleitend, oft mit Subventionsgleitgel.

Treibt einen wohl in die ideologiefreie Rationalität.

Die soziale Frage ist nach wie vor und immer, das zentrale Element. Kinder, Studenten, Rentner Aufstocker also Mehrwertsteuer- und Strompreiszahlende ALG-Empfänger, auf deren Rücken sich ein fragwürdiger Mietmarkt bereichert. Es braucht wohl Wirtschaft und Wachstum, das nie Enden darf, wie ein Krebsgeschwür. Sobald alle ein Dach überm Kopf, genug Essen und Kleidung haben und die Energiefrage geklärt ist, wir was Morde und Totschlag also physische Gewalt in der Bevölkerung [Eigentums- und BTMdelikte, auf allen Ebenen, ausgenommen] eigentlich im Griff haben, nach dem wir das also geklärt haben, bleibt die Optimierung des Systems, die stetige Anpassung und Innovation. Dinge einfacher und verständlicher zu machen, ist ein Punkt. Den Kern reformieren anstatt da komplexe Rechensysteme und Programme drüber zu legen, wenn am Ende der Geschichte nur noch Software versteht, wie der Geldfluss funktioniert und wer was am Ende bekommt [Lohn und Sozialabgaben] , hat [Vermögensverteilung] und bezahlt [Steuerlasten und Subventionen] ist auch keinem gedient.

Die Frage ist neben der digitalen Überwachung durch den Staat und der Energiefrage also das Wichtigste, momentan.

Wir sind historisch aus einem Mangel, hinein in den Überfluss und müssten die kommenden 20 Jahre eigentlich, diesen Überfluss nutzen um uns zu optimieren. Sozialsysteme, Landwirtschaft, Energiefrage, mit kluge Migration und kapitalistischer Integration könnten, wir die Überalterung auffangen.

Am Horizont machen sich aber die konservativen Bedenkenträger in Form der AfD bemerkbar, die Reichtums- und Bestandssichernde FDP, eine auf Sicht fahrende mutlose CDU. Mutig wäre das Vertrauen in die Demokratie durch eine Minderheitenregierung mit wechselnden Mehrheiten, die an Sachfragen streitet, gewesen. Die haben, eine nach heutigem Stand auch nach der kommenden Bundestagswahl notwendige Sache, auf dem Umfrage-Rücken der SPD, in die Zukunft verlagert. Vielleicht war es wirklich rational, die AfD sich erst Mal setzen zu lassen und die im politischen Oppositionsprozess zu beobachten. Alleine ein zweites Mal wird es so nicht laufen. Es bleibt spannend.

Eigentlich müssen wir mal wieder an die großen Räder dran, alleine die mediale Vermittlung, der zu erwartenden Effekte, bei solchen Aktionen, stimmt mich Bedenklich. Wie gut das Moderate-Merkel-Zeitalter dann wirklich war wird sich mit dem Abstand, von einigen Jahren danach zeigen.