Testosteron

Mit Gewalt und Konfliktforschung hab ich nun wenig am Hut, die Frage ist vielleicht wie gesellschaftspolitisch diese ist. Das Erste was auffällt ist natürlich: Ey das sind ja immer Männer. Auch wenn man mal so in die Knäste schaut egal in welchem Land. Männer. Selten, dass mal ne Frauenvereinigung „kriminelle“ Netzwerke bildet.

Kann und darf man sich unpolitisch nur wegen des EventGefühls auf die Fresse haun, wenn man Unbeteiligte in Ruhe lässt? Ohne das es als Sport gelabelt ist? Ich meine, wir haben in Osteuropa noch Gruppen die sich im Wald verabreden um sich gegenseitig auf die Fresse zu haun und da auch schon mal n Youtube-Video von zu erstellen. Wir haben einen eigenen wirtschaftlichen Zweig mit Ultimate Fighting, Eintritt und Merchandise Verkäufen, die kapitalistische Evolution der Subkultur der Hooligans. Der Kapitalismus tut ja wirklich für alle was.

Subkultur halt. Hatten wir hier in den 80ern etwas weiter in der Mitte der Gesellschaft auch. Die Dortmunder und Schalker Hools. Polizeieinsätze und Polizeiarbeit hat also auch eine lange Tradition und Geschichte hinter sich. Die gehen im Straßenkampf heute anders vor. Das sind doch unbeteiligte Familienväter, warum halten die da ihren Kopf hin und lassen die Idioten sich nicht auf die Fresse geben? Das sind keine akzeptierten normierten Veranstaltungen.

Es gibt noch öffentlich rechtliche TV-Beiträge mit Dortmunder und Schalker Hools aus den 80ern, wo die im Interview sitzen, schade dass man keinen Zugriff auf die öffentlich-rechtlichen Archive hat. Muss ich hier forschende Soziologen lesen? Viel zu anstrengen. Hoogesa pflegt da ähnlich wie „Rocker“ eine längere Tradition. Findet sich in der politisch linken Kultur auch weniger diese Gewaltaffinität.

Das ist vom Gefühl her wie Coasterfahren: du bist vorher schon voll mit Adrenalin und natürlich Testosteron, bewegst dich aber einigermaßen sicher in deiner eigenen Gruppe auf die den Gegner zu. Wie in der Schlange stehen und darauf warten in die Achterbahn einsteigen zu können, eine Mischung aus weichen Beinen und Vorfreude. Und so stellte sich bei der Analyse der Beteiligten, dieser Straßenevents damals, heraus: Ey das ist gar nicht die Unterschicht die sich hier, zur eigenen Belustigung auf die Fresse haut, da sind Anwälte und Zahnärzte drunter. Gibt halt viele die das Gefühl des Achterbahnfahrens und der Gruppenzugehörigkeit schätzen. Das pusht so richtig auch ohne Drogen. Obwohl auch da Alkohol auch wieder ein Faktor war.

Funfakt: Du kannst die Wahrscheinlichkeit steigern, dass ihr euch verliebt, wenn du mit ihr gefährliche Situationen eingehst: Klettern, Bungeespringen u.a. Gemeinsam gefährlich erlebte Situationen steigern die Bindung, auch auf dem partnerschaftlichen Feld.

Wir sind Affen, die Natur hat das klug eingerichtet mit der Bindungsfähigkeit und der Gruppe, die dein Überleben sichert.

Ach, schau mal, Polizisten haben das in abgewandelter Form auch nennt sich dann Corps-Geist. Uniform sein ob im selben Helm oder mit Glatze und schweren Stiefeln oder den selben Farben tut sein übriges.

Ich versteh euch ja, nur warum müssen das immer auch Nazis sein? Immer diese Minderheitenfeindlichkeit die sich dann darunter mischt. Schärft man den Blick, wo sich die Abwertung des Fremden findet kamen diese immer aus der Mitte der Gesellschaft, damals, wie der NSU heute, nur der war so stark in der Gesellschaft verankert, dass er durch staatliche Institutionen gedeckt und unterstütz bis toleriert wurde. Ich hab nach den Untersuchungsausschüssen in den Ländern und beim Bund zum Thema NSU keine Zahlen großer Entlassungswellen wegen nationalsozialistischer Gesinnung wahrgenommen, die NSU Unterstützer arbeiten bzw. sitzen da noch. „Filmen Sie mir nicht ins Gesicht“ Und bekommen langsam mehr Überwachungsbefugnisse über die digitalen Geräte. Auch, Dank dem rechten Heimatminister Horst. Zoomt man dann ins lokale kommunale funktioniert das mit der Integration auch in Bayern. Wenn der Mensch einmal vor der Tür steht wirkt er gar nicht mehr so bedrohlich, wie die Medien das aufbauschen. Was du kennst fürchtest du nicht, da gehst du mit um.

Feindbild also Fremdenfeindlichkeit hin zum Rassismus zieht sich wie ein roter Faden durch die Nachkriegsgeschichte seien es die Gastarbeiter, die ausgegrenzt und wie Scheiße behandelt wurden oder brennende Flüchtlingsheime in den 90ern.

Der Pole über den es miese Witze gibt, wie selbst mir, abfällige Worte für Italiener einfallen.

Da hat sich einiges in das kulturelle Gedächtnis eingeschrieben.

Die Aussage: „Überall Nazis“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen aber das Spiel mit der Minderheit die zur Empörung herhalten darf hat Bertelmann und Springer immer gut beherrscht. Unter dem Deckmäntelchen gegen den bösen Kommunismus zu sein also gegen jede Regung der linken Chaoten, war die PrintPresse damals vielleicht wirklich eine Mischung aus Abbild und Anheizer.

Vor diesem Hintergrund musste sich eine Grüne Partei heraus schälen, das Linke Label war kaputt geschrieben. Alter die Stricken das können keine Linksterroristen sein. Vor allem es geht ja um Abrüstung und gegen die Atomkraft, wollen wir echt gegen die Menschenketten anschreiben?

Viel spannender ist die Frage ob der Protest etwas gebracht hat.

Es gab den politischen Arm der eingehegt wurde aber Atomkraftwerke und Atomwaffen der Amerikaner sind hier immer noch stationiert.

Das ist nicht gut, wenn friedlicher und gewaltsamer Protest nie das intendierte erreicht.

Was solln, wir Greta Thunberg, dann erzählen?

Solln wir ihr Geschichte/n erzählen,  wie unter zur Hilfenahme kirchlicher Institutionen im Osten, sich doch ein System stürzen lies?

Die größte Demokratie der Erde also in Indien stehen Millionen auf und sagen: hier is was scheiße und nichts passiert? Dann ist das Verarsche mit der Wirkung von Demos?

Terror das sind die Medien.

Warte mal hatten wir nicht aus der Geschichte gelernt, dass ein Unrechtsstaat sich durch das Niederknüppeln und verhindern von Protesten auszeichnet und daher im Grundgesetz das Ding mit der Versammlungsfreiheit in geschlossenen Räumen und das Demonstrationsrecht relativ weit oben verankert? Jaja, gepresst durch staatliche Regulierung, wie der Notwendigkeit ne Demo anmelden zu müssen, was das Demonstrationsrecht eigentlich aushöhlt, überwachbarer und kontrollierbarer macht. Hatten die im Osten ihre Demo damals angemeldet?

Wenn Massenmedien heute ein Faktor sind und wir uns darauf geeinigt haben die Demo Teil der Demokratie sind und wir eingebettet in Europa sind. Wäre es dann nicht die Pflicht der öffentlich-rechtlichen, Sendezeit mäßig, ebenso viele Demonstrationen in Europa und deren Kontext ins Nachrichtenbild zu setzen, wie Diskussionsrunden und Interviews mit Politikern?

Ebenso, wie die vermehrte Wahlberichterstattung über die europäischen Nachbarn.

Das kannst du nicht RT-Russia überlassen. Was wir hier an Machtdemonstration gar nicht pflegen sind Militärparaden. Yeah, wir haben das wegen der geschichtlichen Verantwortung an bewaffnete Trachtenvereine ausgelagert, Schützenfest nennt sich diese gesellschaftlich eingehegt Subkultur.

Ach ja der friedliche Protest bringt ja nichts, dann müssen wir den auch nicht ins Bild setzen. Nicht das hier mal irgend ein Idiot, wegen des medialen Effekts auf die Idee kommt n Auto ab zu fackeln. Hamburg war auch Event. Ja aber wir sind reifer, wir fangen Bedürfnisse durch Konzerte also Kultur und Freizeitparks mit Achterbahnen auf. Soll niemand sagen früher war irgendwas besser. Entwickelt sich doch alles, bis auf die alten weißen ängstlichen Männer, die die zunehmend friedlichere Jugendkultur und Bevölkerung einkreisen. Das was heute aus der Zensur fällt also den Indexlisten, entspringt ja auch noch einem anderen Zensurverständnis, wo man heute drüber lacht. Ja n Nippel in amerikanischen Serien war damals noch unmöglich. Weist du was das einzige ist was agressive Männer wirklich einhegen kann? Neben der Vaterschaft? Frauen. Die wandern alle aus dem Osten ab. Psst anderes Thema. Welche Berufe bekleiden Frauen bei uns Mehrheitlich? Psst nicht drüber reden. Ich will nicht das das Weib den Mann auch im politischen einhegt. Wo kommen wir denn da hin? Öh ja genau: Merkel muss weg.

Und die Gruppe Väter schickt jetzt ihre Kinder zur FreitagsDemo? zum üben der demokratischen Praxis. Hab ich nicht gesagt aber Tollerierung mag ein Faktor sein.

Super geile 10 Minuten von Anny Hartmann zur medialen Marketingarbeit des Arbeitgeberverbandes, ab Minute 50.

/edit Weist du wo du spielst, wenn du als unbekannte Schrabbelpunkband auch mal Puplikum haben willst? In Osten, da wo Rammstein und InExtremo herkommen da is mehr Tolleranz und Solidarität.

Sach ma Dieter

Jemand der ein Buch über Solidarität in ihrer Substanz, in ihrer alten und wünschenswert neuen Ausformung schreibt und keine Nähe zu Gewerkschaftern oder der SPD im persönlichen politischen pflegt, hätte mich auch verwundert. Ich bin Philip Banse natürlich extrem dankbar für das geführte Interview und natürlich ist die Solidarität in der durchdringenden Form in der Heinz Bude sie formuliert ein schöner aber doch gefühlt utopischer Zustand nach dem man streben kann. Trotzdem trieft es so nach einer SPD, die das richtige wollte, die aber nicht umgehen kann mit der Pyramidenarchitektur die sich herausbildet, selbst bei Gewerkschaften. Ein fantastischer Fokus auf den neuen Bundesländer ist es trotzdem.

<<Höma Dieter warum bis du eigentlich nicht auch inne Gewerkschaft gewesen, damals?>>

Dieter im privaten, persönlichen ein hoch solidarischer Mensch, den ich für seine Netzwerkfähigkeiten bewundert habe, für mich lag die Frage damals nah.

<<Ja ja, die ham mich damals auch unter Druck gesetzt. Wat bringt mir das? Die sitzen mitm Vorstand am Tisch, machen sich die Taschen voll und ich hab da nichts von, ausser weniger Geld.>>

Dieter war um die 60 als ich mit ihm drüber gesprochen habe, Betroffener vom Strukturwandel und er sollte Recht behalten, den Niedergang auch seiner Firma hätte auch eine Mitgliedschaft nicht verhindert. Ob die Abfindungen in seinem Fall ausgehandelt hatten, weiß ich nicht.

Es gibt natürlich die Perspektive: Was brauchen wir n Betriebsrat? Das macht mehr und extra Arbeit, ist mit Konflikt und Widerstand verbunden, ausserdem ist das Kollegium so gut, wir machen das im Grunde informell also formell und offiziell. Dieter gehörte auch zu den solidarisch handelnden informellen Netzwerkern in seinem Betrieb.

Ohne in Studien und auf Zahlen zu schauen kann es natürlich sein, dass die jetzt erkämpften Rechte für Arbeitnehmer ausreichen und die Attraktivität der Gewerkschaften abnimmt, da die Bereitschaft zum Jobwechsel ebenso gestiegen ist, wie die das Kriterium des kollegialen Klimas für das man bereit ist auf den ein oder anderen Euro zu verzichten. Ein Mentalitätswechsel bei der Generation der um die 30 Jährigen.

SPD wie Gewerkschafter sitzen mir zu lange oben an den Tischen um zu viele schädliche Kompromisse ein zu gehen und damit ihre Substanz, ihre Basis zu verlieren.

Diese Fähnlein im Winde der Macht, die es schafft auf noch jedes Ideal zu scheißen sei es bildungspolitisches, friedenspolitisches oder sozialpolitisches. Die verstärkt im Osten der natürlich soziologisch ein interessantes Feld ist verankern zu wollen, möchte ich den Bundesländern eigentlich ersparen.  Solidarität findet sich.

Ein negatives Beispiel der abgehobenen Strukturen, ist die Gutierung und Mitwirkung von Sozialversicherungsleistungen durch Privatanbieter, von Gerwerkschaftern. Ich lehne das im Fundament ab. Sozialversicherungen gehören nicht an die Börsen. Das ist ein Umlagesystem ohne Gewinnabsichten, diese pervertieren es.

Das Umlagesystem, angesiedelt beim Staat, jeder Sozialversicherung, in Deutschland würde funktionieren hätten wir eine gleichwertige Beteiligung, der Einkommensschichten.

Es geht sich hier um die großen Zyklen und im krisenhaften Abschwung, deine Versicherung bei einem Unternehmen liegen zu haben, dass Gewinne erwirtschaften muss und nicht nur die Funktion der Umlage leisten, wirst du auf die Einhaltung des Versprechens deine Pflege mit zu finanzieren lange warten können. Andere Interessen als die Funktion der Umlage zu bedienen also der des Gewinns, ist ein unsolidarischer Klotz am Bein. Der schlicht zum vermehrten verweigern der Leistungen führt. Gegen den Staat wirst du was ausrichten können, gegen mit allen Wassern gewaschenen börsennotierte Unternehmen, die sich juristisch auf Versicherungsleistungsverwehrung aufgestellt haben, weniger. Es gibt einen Unterschied zwischen Wachstum und Funktion erfüllen.

Auch dann nicht, wenn es, wie in Schweden, durch kluge langfristige Bluechip Anlagen, eine Zeit lang funktioniert. Ach Parti, warum nicht, lass die doch in Unternehmungen investieren, die haben da einen mega Hebel, wenn deren Fond aus Unternehmen die Anteile an Waffen oder Co2 emittierender Industrie oder Anteile an Glücksspielanbietern, Drogen also Pharma- und Alkoholproduzenten abziehen hat das n Effekt. Yeah, ne mein linkes Glaubensbekenntnis, erstreckt sich über die Idee, das Investitionen in eine Idee so nicht laufen sollten. Kannst du dein Gefühl belegen? Nope.

Wir haben die letzten Jahrzehnte eine wirklich miese zerstörerische Politik gehabt, neben der Plünderung der Rentenkassen unter Kohl und der Zerschlagung von Industrie durch die Treuhand, als Exekutionsvehikel westlicher Unternehmer die sich jeder aufschimmernden Konkurrenz durch diese entledigten. Plus der nicht gewährten Chance die Arbeitnehmer ihre Betriebe selbst führen zu lassen. In the long run hat euer Kapitalismus euch die Nazis in Form der AfD wieder gebracht.

Ihr dürft empört und wütend sein mit jedem Recht nur, das nach unten auf finanziell arme Minderheiten treten und wenn es nur ein Ventil online ist, das irgendwie noch provozieren kann, ist der falsche Kanal. Das Prinzip des bedrohlich Anderen oder unbekannten Fremden funktioniert in allen Gesellschaften gleich gut, Unzufriedenheit triggert die Feinbild Idee. Auch bei mir. Ich halte das Fundament der religiösen Idee, die in ihren gelebten Institutionen zur Solidarität führt für schädlich, da diese Idee durchdringen ist, gerade, wenn du die religiöse Idee im Kindesalter verankerst und diese Missbrauchst um nicht nur solidarisch in deiner lokalen Glaubensgemeinschaft zu sein sondern um ein politisches System zu legitimieren [christliche Parteien] oder Gewalt oder die Rolle der Frau oder das Verständnis von Sexualität [die Einhegung des Triebs] und ihrer angeblich illegitimen Ausformungen oder einige Tiere essen zu dürfen und andere nicht: Mir ist das zu willkürlich. Wobei historisch die ein oder andere Idee, wie das Zinsverbot oder das Fasten doch den ein oder anderen Blick wert sind.

Der halt der Gruppe [dein evolutionsbiologisches Überlebensfundament] die ein Glaubensfundament teilt, ist etwas sehr gesundes, schützenswertes [GG Art. 4] Nur, mein aufgeklärter Verstand wehrt sich gegen den Bullshit der zu einem Glaubensbekenntnis mit dazu gehört. Ohne, den Selbstbeschiss, die Frieden stiftende Lüge, zu Verleugnen, die im Heil der persönlichen Religiosität liegen kann, wenn man denn Opfer sehr viel leidvoller Erfahrungen war, geht es wohl schlechter.

Dieses persönliche mentale Halteseil auch geboren aus der Tatsache der Sterblichkeit, die du kennst da du schon mal nicht existiert hast, ist nun nicht unbedingt notwendig. Hast du schlechte Erinnerungen oder Gefühle aus der Zeit deiner NichtExistenz? Dem Toten ist das doch egal, was die Zurückgebliebenen egoistisch fühlen. Wir gestallten das Leben. Wie könnte ich jemandem eine andere Perspektive auf diese Sache verweigern. Gegen Gefühle kannst du nicht argumentieren sie sind da und wollen ausgelebt und akzeptiert werden, da passt die Rationalität nicht hin. Der emotional entlastende Perspektivwechsel will auch gut platziert sein.

Euch treibt ein Gefühl der Unzufriedenheit auf die Straße? Polizeigesetze, Artikel 13, Klima, der Ausländer? Bei dem was hier alles nicht läuft ist mir das fast schon wieder egal, warum. Euer Gefühl wird euch nicht trügen.

Wie ist das eigentlich mit den Gefühlen am Arbeitsplatz? Gut, dass wir aus Effizienzerwägungen heraus diese ausklammern.

Abschlusskundgebung

Oh, Vatergefühle und zerstückelte Kinder: Genau mein Humor, die Zunge könnte was schärfer sein aber manchmal Dropt ja jemand auch gute PunchLines von dem, man das eher weniger gewöhnt ist.

Oh, das Team um Klaas hatte eine gute Idee.