Bildungsbürgertum

Ah Schule oder besser Bildungseinrichtungen kein Ort, keine Strukturen über die weniger fachlich geschrieben und publiziert wurde.

Gerade auf dem Feld der Bildung hofft man ja auf, den schnell implementierten wissenschaftlichen Fortschritt bei der Frage, wie befähige ich junge Menschen zur Zufriedenheit.

Kaum ist man selbst raus, kann man sich schon wieder Gedanken machen, wie wohl der Bildungsweg der eigenen Kinder verlaufen kann und wo man diese ab Drei Jahren gut aufgehoben weiß. Gut je nach Biografie kann man zu Bildungseinrichtungen mehr oder weniger Abstand gewinnen aber betroffen ist man indirekt immer.

Gefühlt hört die Bildung nie auf, sie verschiebt sich auf andere Felder aber jede Erfahrung, jeder Perspektivwechsel, bildet etwas aus.

Fernab persönlicher Betroffenheit hab ich mir mal so grobe Eckpunkte gemerkt. Kleinere Klassen, gut besetztes und bezahltes Lehrerkollegium, dass nicht unbedingt verbeamtet sein muss aber auf keinen Fall als Saisonarbeiter einen Zeitvertrag der zu den Sommerferien gekündigt wird haben sollte. Gute Bezahlung und ein gutes Arbeitsklima zieht dir gute Leute an, wie überall. Nach Winnenden, die Idee einem Sozialarbeiter und einem Psychologen ne eigene Abteilung an jeder größeren Schule zu geben. Die sowohl ein Auge auf das Klima der Lehrer als auch der Schüler haben.

Jetzt sitz ich ja hier im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW und wir hatten nach längerer Zeit vor Laschet also der CDU Regierung mal die SPD die sich vor der Wahl auf die Wahlversprechensfahne geschrieben hatte: Wir wollen die Gesamtschule etablieren da dies nach Studienlage nun das sinnvollste sei, die inklusive Bildung.

Schluss mit der frühen Kategorisierung kindlich unreifen Individuen in Bezug auf eine Schulform.

Die Kritik an diesem Vorgehen geht ziemlich tief und schießt extrem auf die Idee, die wir glaubten überwunden zu haben die der Klassen, Stände und Schichtengesellschaften, die sich nur durch die Akkumulation von Kapital als Kriterium zum Fortkommen bezieht.

Die markantesten Sätze zu diesem Thema hatte, Hagen Rether gefunden, in dem er im Grunde alle anderen Länder um uns herum als Hauptschulländer klassifizierte. Er rückte also, wie sich herausstellen wird zu Recht, das dreigliedrige System auch in eine leicht rassistische Ecke. Ja es macht für die betroffenen Pädagogen/Lehrer mehr Arbeit und ist anstrengend Kinder, die nicht in ein genormtes Anspruchsraster passen, mit zu nehmen.

Wir sind nun in Europa nicht alleine und haben Möglichkeiten, uns die funktionierenden Lösungen anzuschauen, nicht nur auf dem Feld der Bildung, die Länder mit den selben Rahmenbedingungen, gefunden haben. Schweden wird dort gerne genannt. Als Linker hat man dann auch immer den Blick auf die Arbeitnehmer und die Kosten, Lohnzahlungen, dieser Faktor: des teuren gut ausgebildeten, zufriedenen, motivierten, Unterrichtsgestalter. Dieser Faktor ist in Schweden nun fernab der Konzepte für die Wissensvermittlung gelöst.

Natürlich ist es langweilig, das Problem auf Lohn und latenten Rassismus einzugrenzen, das klassische Einmaleins jeder linken Argumentation.

Ich halte ja niemanden für mutwillig zerstörerisch oder gar böse: Nervös und bewaffnet ja aber böse? Interessengeleitet und auf den Weg mit den geringsten Widerstand aus, der Gruppe und Linie entsprechend, opportunistisch, abwägend, Konflikt vermeidend und Interessen gleitet aber böse Landespolitiker haben wir dann doch nicht.

Halten wir es mit der interessengeleiteten Politik die nicht im Sinne der ökonomisch Befähigten und Wortstarken hält.

Für meine Bewertungen reicht mir meine Bauernschläue und einfache Muster aus der Beobachtung gezogen. Ich irre mich da empor. Natürlich gibt es exzellente Lehrer und Schulleitungen und jede Schule egal welcher Form ist ein eigenes soziologische Biotop, das Eltern glauben über die Jahre in ihrer Struktur kennen zu lernen und als gut oder schlecht für andere zu bewerten.

Und hier schlagen die individuellen Faktoren zu, die eine Bildungseinrichtung ausmachen.

Wir haben die einzelne Schulformen eingebettet in die Kommune, eine Schülerschaft, eine Elternschaft, eine Lehrerschaft und natürlich die Schulleitungen. Also je nach Konstitution sehr viele Gruppen mit Interessen und oben drauf setzen wir die Landespolitik die da Ausgleich schaffen und was viel anspruchsvoller ist Strukturvorgaben machen soll. Also so in etwa das letzte Feld auf dem man sich als Landespolitiker umtun möchte und das in dem bevölkerungsreichsten Bundesland, NRW.

Wenn du da substanziell was ändern willst brauchst du n dickes Fell.

Ich kürz das Ganze jetzt mal was ab: Die SPD vor Laschet wollte die Gesamtschule, dort wo am wenigsten Widerstand zu erwarten war, war bei den Förderschulen, hat man dann also begonnen. Die haben sie angefangen dicht zu machen. Also bei den Kranken- und Schwachen und jener Schulform die mehrheitlich den Schülern genau das bietet was man sich für die anderen Schulformen wünscht: Die Fähigkeit mit komplizierten mehrdimensionalen Problemstellungen zugeschnitten umzugehen. Die einzige Schulform bei der ich sagen würde, okay lass und die mal noch bis zu Letzt behalten auch wenn wir mehrheitlich die Gesamtschulen etabliert haben. Was glaubt ihr was in städtischen Gebieten los ist, wenn man dem gut verdienen „Bildungsbürgertum“ das Gymnasium wegnimmt. Die Proteste dieser Schicht überlebst du als Landespolitiker nicht. Da ist Kampf und Wettrennen angesagt, um die Kinder bestmöglich in und durch die Uni zu bekommen um einen guten Platz am kapitalistischen SchweineTrog zu ergattern. Im Glauben hier läge das Ziel für ein zufriedenes oder gar erfolgreiches, gelingendes Leben. So stirbt uns das Handwerk mit goldenem Boden weg, was hervorragend skalierbar ist.